Ein neues Hallenbad für Selm: Was gehen könnte und was nicht

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Der Prüfauftrag ist raus. Bäderexperten brüten gerade über den Plänen für die Zukunft der Selmer Bäderlandschaft. Einiges steht aber schon jetzt fest.

Selm

, 14.08.2019, 04:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Viel Zeit ist nicht mehr. „Ich möchte das noch vor der Kommunalwahl regeln“, sagt Bürgermeister Mario Löhr im RN-Sommerinterview. Er meint damit die Weichenstellung für eine neue, zukunftsweisende Bäderlandschaft. Die gibt es zurzeit nicht, obwohl es in Selm zwei Schwimmbäder gibt: das Hallenbad an der Ecke Sandforter Weg/Kreisstraße und das Freibad an der Bäderstraße.

Äußerlich sind noch beide gut in Schuss. „Aber man darf die Augen nicht davor verschließen, dass jederzeit ein technisches Problem auftreten kann, dass dann richtig teuer würde“, sagt Bürgermeister Löhr. Wenn dann eine Reparatur überhaupt noch in Frage komme.

Bürgermeister hat „klare Tendenz“ zum Neubauen

Löhr will das Ergebnis des Prüfauftrags abwarten. „Aber ich habe da eine klare Tendenz“, sagt er. Die Erfahrung mit dem Jugendhaus Sunshine bestärke ihn darin noch. „Der Protest war damals laut, als ich mich dafür aussprach, das 35 Jahre alte Gebäude abzureißen“, sagt er mit Blick auf das Jugendhaus. Der Rat habe sich stattdessen für eine Sanierung ausgesprochen. „Und jetzt merken wir: Es wird mindestens genauso teuer wie ein Neubau und dauert länger wegen mancher Unwägbarkeiten, die man vorher gar nicht so sehen konnte.“

Ein neues Hallenbad für Selm: Was gehen könnte und was nicht

Äußerlich sieht das Freibad an der Bäderstraße gut aus. Ein technischer Defekt könnte aber schnell zu großen Problemen führen. © Viktoria Michelt

Der Bürgermeister warnt davor, Luftschlösser zu bauen. „Das, was wir zurzeit noch haben, wollen wir wieder haben.“ Das heißt: „Wir planen hier kein Spaßbad mit Rutsche und Sprungturm.“ Das könne sich die Stadt gar nicht leisten. „Was wir wollen, ist ein Bad zum Schulschwimmen, für Gesundheitskurse und Kinder.“ Sinnvoll sei es, Synergien zu nutzen und Freibad und Hallenbad künftig zusammenzuführen.

Erweiterung am Freibad geplant - aber nicht auf dem Schützenplatz

An beiden Standorten müsse früher oder später tüchtig investiert werden, steht für Löhr fest. „Auch wenn es ein Glück ist, den Förderverein Freibad zu haben, der eine sehr gute Arbeit macht. Auch im fast 90 Jahre alten Freibad, das 1994 rundum saniert wurde, stünden Arbeiten an - und damit Ausgaben. „Wenn wir schon ein Hallenbad bauen, dann könnte man die sanitären Anlagen des Freibades mitnutzen“, meint Löhr.

Platz dafür sei vorhanden - auf dem Freibadgelände. „Wir planen nicht, den Schützenplatz zu überbauen,“, macht er klar. Ein dritter Standort komme nicht in Frage. „Wir hatten tatsächlich über einen Standort zwischen Selm und Bork nachgedacht, aber dann kämen wir in eine Größenordnung wie in Bergkamen: rund 25 Millionen Euro. Und das können wir uns nicht erlauben, es sei denn wir würden alle anderen Investitionen stoppen.“

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