Eingänge der Erich-Kästner-Schule bleiben in Zukunft geschlossen

BORK Zwei Tage nach dem Amoklauf mit 16 Toten in Winnenden beschäftigten sich Schüler und Lehrer der Erich-Kästner-Hauptschule mit den Ereignissen in Baden-Württemberg. Am Donnerstag war an der Schule unterrichtsfrei. Eine seit langem geplante Lehrer-Konferenz wurde spontan genutzt, um sich mit dem Thema Amoklauf zu beschäftigen.

von Von Kathrin Strehle

, 13.03.2009, 17:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Eingänge der Erich-Kästner-Schule bleiben in Zukunft geschlossen

Die Eingänge der Schule bleiben in Zukunft verschlossen.

Die Lehrer schließen sich in den Klassenräumen ein und verbarrikadieren sich. Wer in seinem näheren Umfeld etwas wahrnimmt, informiert die Polizei mit dem Handy über die Ereignisse. Aber auch präventive Maßnahmen wurden besprochen. Das Kollegium beschloss, die alte Hausmeisterloge wieder in Betrieb zu nehmen. „Zuletzt hat der Hausmeister in einem Raum im Inneren des Gebäudes gesessen“, so der Schulleiter Magnus Burkhardt. Von der alten Loge aus habe er nun aber wieder freie Sicht auf den Schulhof und den Haupteingang. Dieser wird ab jetzt - wie der Nebeneingang - verschlossen bleiben.

„Die Tür ist von innen über den Sicherheitshebel zu öffnen, von außen aber nicht“, erläutert Burkhardt. Wer in die Schule möchte, müsse sich beim Hausmeister melden.   „Das einzige Problem sind unsere wirklich sehr netten Schüler“, sagt er scherzend und meint es doch ernst. Die hilfsbereiten Jungen und Mädchen kämen leicht in Versuchung, die Tür zu öffnen, wenn jemand hinein möchte. Um dies zu verhindern, sind die Lehrer angehalten, keine Schüler mehr der Klasse zu verweisen. So kann sich niemand mehr in den Gängen aufhalten und unbedacht Türen öffnen.

  Zur weiteren Prävention plant der Schulleiter eine Fortbildung der Lehrer. Ein Psychologe soll in die Schule kommen und über Tätererkennung informieren. „Und vor allem auch über den Umgang mit auffälligen Schülern“, konkretisiert Burkhardt. Schließlich wolle man niemanden zu unrecht beschuldigen, denn solch einen Ruf würde der Schüler nie wieder los, meinte der Rektor.

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