Eiscafé San Remo in Selm wird im Frühjahr nicht wieder öffnen

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Die herrliche Wintersonne lockt die Menschen nach draußen, die nächste Eiszeit ist in Sicht. Aber nicht in Selm. Über dem Eiscafé San Remo an der Kreisstraße sind dunkle Wolken aufgezogen.

Selm

, 16.01.2020, 19:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aussage von Insolvenzverwalter Marvin Bauernfeind (Dortmund) ist unmissverständlich: Edgar Manuel Costa Reis „wird das Café nicht wieder eröffnen, da er seine unternehmerische Tätigkeit endgültig aufgegeben hat. Inwieweit Nachunternehmer bereitstehen, ist nicht bekannt.“

Ein schwerer Schlag für die Stadt Selm. An der Kreisstraße hatte das Eiscafé San Remo ein Alleinstellungsmerkmal. Das nächste Eiscafé findet sich erst wieder im Stadtteil Bork. Eine höchst ungewöhnliche Situation. Kleinere Städte und Gemeinde wie Olfen und Nordkirchen sind deutlich besser bestückt. In beiden Orten können die Menschen zwischen jeweils zwei Eiscafés entscheiden.

Eiscafé ist 2019 nicht frühzeitig in die Winterpause gegangen

Ein größerer Mangel in Selm war bereits im Spätsommer offenkundig geworden. Nach Aussage des Insolvenzverwalters ist der Betrieb bereits seit dem 31. August 2019 geschlossen.

Schien es für Außenstehende zunächst so, dass das Team frühzeitig in die Winterpause gegangen war, brachte eine amtliche Mitteilung des Amtsgerichts Dortmund (Aktenzeichen: 257 IN 108/19) die Wahrheit ans Tageslicht. Danach wurde wegen Zahlungsunfähigkeit am 20. Dezember 2019 das Insolvenzverfahren eröffnet.

„Es handelt sich um eine vollständige Betriebsaufgabe“, teilt Insolvenzverwalter Marvin Bauernfeind auf Anfrage schriftlich mit. Ergänzend berichtet er, dass der Mietvertrag bereits zum 31. Oktober 2019 beendet wurde.

Andere Eiscafés mit dem Namen San Remo sind nicht betroffen

In der Region gibt es verschiedene Eiscafés mit dem Namen San Remo. Müssen sich jetzt Menschen in den Orten Sorgen machen, dass auch ihre Cafés nicht mehr öffnen? Marvin Bauernfeind gibt Entwarnung: „Nach den Angaben des Schuldners bestehe kein Zusammenhang mit anderen Betriebsstätten in den Nachbarstädten und -gemeinden.“

Angesichts fehlender Konkurrenz an der Kreisstraße stellt sich die Frage, was nach Einschätzung des Konkursverwalters die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit waren.

Eine Steuerprüfung brachte das Verfahren ins Rollen

„Nach dem aktuellen Erkenntnisstand kam es zu einer Steuerprüfung durch die zuständigen Behörden, welche nicht wirtschaftlich darstellbare Nachforderungen zutage gefördert haben“, erklärt Bauernfeind schriftlich.

Im Klartext: Nachdem sich Betriebsprüfer des Finanzamtes die Bücher des Eiscafés genau angesehen haben, erhielt der Café-Besitzer eine hohe Steuer-Forderung.

Von der Aufgabe des Eiscafés sind übrigens keine festangestellten Mitarbeiter betroffen. Dazu sagt der Konkursverwalter: „Zuletzt wurden lediglich Aushilfskräfte beschäftigt, welche jedoch allesamt wirtschaftlich schadlos gehalten worden sind.“ Der Eigentümer war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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