Er ist zurück: Der Wetterhahn ist wieder auf dem Borker Kirchturm

mlzKirche in Bork

Hahn und Kreuz sind wieder zurück auf dem Borker Kirchturm. Nach mehreren Monaten ohne übliche Spitze des Turm ist die Borker Kirche damit wieder komplett.

Bork

, 21.03.2019, 05:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es ist 14.43 Uhr, als Stephan Bauhaus aus dem Kirchenvorstand den Hahn in windiger Höhe packt und wieder auf seinen Platz setzt: auf die Spitze des Kirchturms in Bork. Das einen historischen Moment zu nennen, wäre vielleicht etwas übertrieben. Aber: „Uns als Heimatverein haben in den letzten Monaten ganz viele darauf angesprochen und gesagt: Da fehlt was in Bork“, erzählt Gregor Franzen vom Borker Heimatverein, während er - die Kamera im Anschlag - auf dem Kirchplatz steht und in die Höhe schaut. Stephan Bauhaus in der Gondel des Autokrans hat dem Hahn da gerade einen leichten Schubs gegeben - das vergoldete Tier dreht sich im Wind.

Er ist zurück: Der Wetterhahn ist wieder auf dem Borker Kirchturm

Die Borker Kirche ist wieder komplett. © Marie Rademacher

Ein Anblick, den die Borker mehrere Monate nicht gesehen haben. Mitte Juni des vergangenen Jahres war der Hahn abmontiert worden. Der Sturm Friederike hatte das Kreuz auf dem Turm mit dem Hahn an der Spitze eine ordentliche Neigung verpasst. „Es bestand die Gefahr, dass etwas abstürzen könnte“, erklärte Stephan Bauhaus damals. Da war er noch davon ausgegangen, dass schon nach „einigen Wochen“ der restaurierte Hahn wieder auf dem Kirchendach landen könnte.

Hahn mit einer Schicht aus Blattgold versehen

Aus den Wochen sind mittlerweile Monate geworden. „Aber: Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Stephan Bauhaus am Mittwoch. Der Hahn war erst im November des vergangenen Jahres fertig geworden. Und der Winter sei nun mal nicht so gut geeignet für Arbeiten in Kirchturmhöhe, erklärt Dachdeckermeister Werner Zurhove. „Bei 0 Grad und Wind denken Sie da oben, es sind minus 20 Grad“, sagt er.

Er ist zurück: Der Wetterhahn ist wieder auf dem Borker Kirchturm

Der Hahn ist mit einer Schicht aus Blattgold versehen. © Marie Rademacher

Seit Montag ist nun das Kreuz wieder auf dem Turm. „Es wurde gesandstrahlt“, erklärt Stephan Bauhaus. Beim Hahn hat sich noch mehr getan. Ein Kunstschmied aus Havixbeck hat ihn mit einer Schicht aus Blattgold versehen. Vorher war der Hahn, der 1947 das letzte mal restauriert wurde, nur mit goldener Farbe angestrichen gewesen.

Rund 30.000 Euro hat sich die Kirche das Ganze kosten lassen, erklärt Stephan Bauhaus. Die Hälfte der Kosten trägt das Bistum, die andere Hälfte teilen sich die Kirchengemeinde und die Versicherung. Schließlich ist es durch einen Sturmschaden überhaupt erst dazu gekommen, dass Hahn und Kreuz heruntergeholt wurden.

Der Hahn vom Kirchturm vorm Kamin

So eine alte Kirche, die brauche halt manchmal Reparaturen, sagt Heinrich Bauhaus (82), der auch auf dem Kirchplatz steht, während sein Sohn hoch oben den Hahn wieder an die richtige Stelle setzt. Er selbst, so erzählt er, sei 32 Jahre im Kirchenvorstand tätig gewesen und ein Freund des alten Kirchengebäudes in Bork. „Aber“, sagt er und holt mit einem Lächeln im Gesicht seine Digitalkamera raus und deutet auf ein Bild auf dem Display, „ich habe nie damit gerechnet, dass der Hahn vom Borker Kirchturm mal bei mir vorm Kamin steht.“ An diesem warmen Plätzchen hat der frisch restaurierte Hahn nämlich gestanden, bevor er am Mittwoch wieder auf seinen angestammten Platz zurückkam und seitdem wieder auf rund 40 Metern Höhe auf das Dorf hinabschaut.

Die Kirchengeschichte im Zeitraffer

  • Zwischen 1022 und 1032 wird die Pfarrei Bork gegründet. Ihr Patron ist der Heilige Stephanus. Zuvor gehörten Christen aus Bork zur Urpfarrei in Werne.
  • Im Jahr 1175 überträgt Bischof Hermann von Münster dem Stift Cappenberg die Kirche zu Bork. Kirche und Pfarrei werden damit dem Stift angegliedert und bleiben dabei bis zur Säkularisierung 1803.
  • Im Jahr 1209 finden eine Kirche und ein Pfarrers zu Bork erstmals Erwähnung, wie der Heimatverein mitteilt.
  • Am 11. Januar 1558 weht ein Orkan die Spitze des Turms der St.-Stephanus-Kirche in Bork herab. 30 Jahre später wird der Turm komplett zerstört und durch einen Holzturm ersetzt.
  • Während des 30-jährigen Kriegs 1618-1648 wird die Kirche zu Bork zweimal durch schwedische und hessische Soldaten niedergebrannt. Nach der Zerstörung der Kirche durch lüneburgische Soldaten wird die Kirche 1937 wiederaufgebaut.
  • 1699/1700 wird die Kirche St. Stephanus zu Bork durch einen Brand völlig zerstört.
  • 1716 stürzt der Turm der Kirche St. Stephanus in Bork ein. Das Gebäude ist dadurch derart beschädigt, dass kein Gottesdienst mehr darin gehalten werden kann.
  • Am 19. April 1718 April erfolgt die Grundsteinlegung für die neue St.-Stephanus-Kirche. Aus Geldmangel werden die Bauarbeiten aber vorübergehend eingestellt. Am 12. September 1724 September erfolgt die Einweihung.
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