Erdwespen auf dem Friedhof in Selm: Wie geht man richtig mit ihnen um?

mlzFriedhof Selm

An einem Grab auf dem Selmer Friedhof haben Erdwespen sich eingenistet. Sie stehen unter Naturschutz - aber wie geht man richtig mit ihnen um?

Selm

, 24.07.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erdwespen: Was genau das ist, verrät eigentlich schon der Name. Es handelt sich dabei um Wespen, die unter der Erde nisten. Hobbygärtner haben deshalb bei der Gartenarbeit häufig unschöne Begegnungen mit den Insekten, jetzt ist auch der Friedhof in Selm betroffen. Allerdings nicht in sehr starkem Maße, wie die Stadt Selm auf Anfrage der Redaktion betont. Von einem „Befall“ des Friedhofes könne nicht gesprochen werden. „Es handelt sich lediglich um ein Nest, das an einem privaten Grab festgestellt wurde“, erklärt Stadt-Sprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion.

Sanktionen in Form von Bußgeldern

Der Grabstelleneigentümer habe sich an das Friedhofspersonal gewandt - mit der Frage, was nun zu tun sei. „Da Wespen in Deutschland unter Naturschutz stehen, ist es verboten, diese mutwillig zu beunruhigen oder ohne ersichtlichen Grund zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Ansonsten drohen Sanktionen in Form von hohen Bußgeldern“, so Malte Woesmann.

Was also tun? Im Umgang mit Erdwespen gilt eigentlich das gleiche, was auch im Umgang mit anderen Wespenarten gilt, wie der Nabu auf seiner Homepage erklärt. Das heißt: Man sollte die Tiere nicht grob angreifen, schlagen oder anpusten, sondern ihnen mit einer passiven Ruhe begegnen.

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„Unangenehm“, kommentiert Birgit Königs vom Nabu in Düsseldorf die Erdwespen außerdem: „Erdwespen reagieren auf kleinste Erschütterungen und schwärmen dann aus. Sie sind da höchst empfindlich“, erklärt sie auf Anfrage der Redaktion. Ihr Rat: „Man sollte da weit drumrum gehen, wenn man weiß, dass es ein Nest im Boden ist.“ Zumindest auf dem Friedhof, das räumt sie auch ein, ist das ja nicht immer unbedingt möglich.

Nester der Erdwespen sterben im Herbst ab

Meistens, so sagt sie, handelt es sich bei Erdwespen - die keine eigene Art bilden - um Tiere der Art der Gemeinen Wespen oder der Deutschen Wespe. Da diese noch relativ häufig sind, sei es hier auch möglich, einen Kammerjäger zu engagieren. Grundsätzlich stimme es zwar, dass keine Art ohne triftigen Grund bekämpft werden könne. In einem solchen Fall, gerade wenn es an der Stelle viel Publikumsverkehr gebe, sei es aber mit entsprechender Genehmigung möglich, sagt die Sprecherin der Naturschutzbundes NRW. „Die Kammerjäger wissen im Zweifel Bescheid, was sie dürfen und was nicht.“

Ansonsten sei es aber so, erklärt sie, dass auch die Nester der Erdwespen im Herbst absterben - und die Natur das Wespen-Problem vorerst erst mal wieder löst.

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