Es gibt mehr Jobs - aber auch mehr Befristung und Leiharbeit

Arbeitsmarkt-Erhebung

Geringfügig entlohnte Beschäftigungsverhältnisse, Leiharbeit und befristete Arbeitsverträge nehmen zu. Die neuen Daten von März 2012 zeigen aber: Die Entwicklung der Beschäftigung muss differenziert betrachtet werden.

KREIS UNNA

09.11.2012, 07:42 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Verteilung der Beschäftigungsverhältnisse im Kreis Unna im Jahr 2000. Seitdem hat sich eine Menge verändert. Weitere Grafiken siehe Link unten im Text.

Die Verteilung der Beschäftigungsverhältnisse im Kreis Unna im Jahr 2000. Seitdem hat sich eine Menge verändert. Weitere Grafiken siehe Link unten im Text.

Seit März 2000 ist die Zahl der im Kreis Unna tätigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 10,6 Prozent gestiegen. Getoppt wird diese rasante Entwicklung durch den Trend zur Zeitarbeit. Ende des ersten Quartals 2000 arbeiteten im Kreis Unna gerade mal 355 Zeitarbeiter, im März 2012 sind es 3150, was einem Anstieg um fast 800 Prozent entspricht. Der Agenturchef stellt fest: „Der Arbeitsmarkt im Kreis Unna driftet auseinander.“ Dennoch dürfte sich an der vor Jahren festgestellten durchschnittlichen Beschäftigungsdauer von rund zehn Jahren nichts geändert haben. Die große Mehrheit der Arbeitnehmer erfreue sich weiterhin langer Betriebszugehörigkeiten und stabiler Arbeitsplätze, so Küst weiter. 

Umso stärker werde der Kontrast aber von denen empfunden, deren Beschäftigungsverhältnisse mit einer höheren Unsicherheit verbunden sind. So seien in der Leiharbeit die Beschäftigungsdauern in der Regel nur sehr kurz. Mehr als die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse ende nach weniger als drei Monaten.  Allerdings sollte bei der Bewertung berücksichtigt werden, so Küst weiter, dass der Anteil der Arbeitnehmer in Zeitarbeitsunternehmen gemessen an der gesamten sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung lediglich 2,8 Prozent beträgt.

Die Arbeitsvermittler im Arbeitgeber-Service berichten, dass die befristete Beschäftigung deutlich zugenommen hat. „Vor zehn Jahren war weniger als jede dritte Neueinstellung befristet, mittlerweile ist es fast jede zweite“, so Küst.

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