Evangelische Kirchengemeinde Selm sagt Konfirmation ab: „Es fiel mir unendlich schwer“

mlzWegen Coronavirus

Nun steht es fest: Die für Ende April und Anfang Mai geplanten Konfirmationsfeiern der evangelischen Kirchengemeinde Selm sind abgesagt worden. Ein Ersatztermin ist noch nicht bekannt.

Selm, Bork

, 18.03.2020, 16:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am vergangenen Freitag hatte die Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde in Selm, Antje Wischmeyer, angekündigt, den Konfirmanden-Unterricht wegen der Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus vorerst ausfallen zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch gehofft, dass zumindest die Kofirmationsfeiern - geplant in vier Gottesdiensten in den beiden evangelischen Kirchen in Selm und Bork - Ende April und Anfang Mai wie geplant stattfinden könnten.

Bei der Konfirmation handelt es sich um eine feierliche Segenshandlung in den meisten evangelischen Kirchen, in der Neuapostolischen Kirche, der Apostolischen Gemeinschaft und in der Christengemeinschaft. Die Segnung markiert für die Konfirmanden den Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter.

Antje Wischmeyer stand vor schwerer Entscheidung

Nun stand Antje Wischmeyer vor einer schweren Entscheidung: die Konfirmationsfeiern stattfinden lassen oder absagen? Zusammen mit Pfarrer Lothar Sonntag hat sie sich dazu entschlossen, die Feiern zu verlegen - auf einen noch nicht bekannten Termin.

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„Es tut mir sehr leid für die 50 Jugendlichen. Diese Entscheidung ist uns unendlich schwer gefallen“, sagt Wischmeyer. Doch es gehe einfach nicht anders. Denn: „Es wollen mit Sicherheit viele Menschen in die Kirche kommen. Wir könnten die Feiern eventuell durchführen mit der Bitte, dass die Gäste nicht zahlreich kommen sollen, was aber schade wäre. Und weil aktuell einfach nicht klar ist, wie die Vorgehensweise über den 19. April hinaus sein wird, und wann wir wieder normal Gottesdienste feiern dürfen, haben wir uns frühzeitig für diesen Schritt entschieden.“

Gottesdienste bundesweit verboten

Die Bundesregierung hatte im Zuge der aktuellen Corona-Entwicklungen sämtliche Veranstaltungen in allen Kirchen, Moscheen, Synagogen und bei anderen Glaubensgemeinschaften vorerst verboten. Darunter fallen auch die Oster-Gottesdienste Mitte April.

„Zurzeit ändert sich alles so schnell“, sagt Wischmeyer. Da wäre ein Festhalten an den Terminen für die Konfirmationsfeiern „zu risikoreich“ gewesen. Sie habe den Eltern bereits mitgeteilt, dass die Gemeinde sich um einen Ersatztermin kümmere - „sobald das irgendwie möglich und absehbar ist.“ Es nütze nichts, jetzt schon einen neuen Termin bekannt zu geben, „denn der Nachholtermin muss ja zu einer Zeit sein, wenn Veranstaltungen wieder stattfinden dürfen.“

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