Gottesdienste oder - wie hier - weihnachtliche Konzerte - wird es zu Weihnachten in der evangelischen Kirche Selm nicht geben. © Jürgen Weitzel (Archiv)
Gottesdienste

Evangelische Kirchengemeinde Selm verzichtet zu Weihnachten auf Wichtiges

In den evangelischen Kirchen in Selm wird es in diesem Jahr an Heiligabend und den folgenden Weihnachtstagen keine Gottesdienste mit Besuchern geben. Gibt es welche unter freiem Himmel?

Die evangelische Kirchengemeinde Selm hat sich entschieden, zu Weihnachten keine Gottesdienste anzubieten. Auch Gottesdienste unter freiem Himmel finden nicht statt. Die Kirchengemeinde folgt damit dem Evangelischen Kirchenkreis Dortmund, der sich der entsprechenden dringenden Empfehlung anschließt, die von der Evangelischen Kirche von Westfalen ausgesprochen worden war. Sie gilt bereits ab dem kommenden vierten Adventssonntag und reicht zunächst bis zum 10. Januar.

„Wir konnten gar nicht anders, als so zu handeln“, sagt die Selmer Pfarrerin Antje Wischmeyer auf Nachfrage der Redaktion. „Alle unsere Schutzkonzepte, mit denen wir ja nur Gottesdienste feiern dürfen, sind praktisch außer Kraft gesetzt worden“, führt die Pfarrerin aus. Wobei auch das Selmer Ordnungsamt das Schutzkonzept der evangelischen Kirchengemeinde als gut bezeichnet habe, zitiert Antje Wischmeyer aus einem Gespräch mit dem Ordnungsamt. „Wir hatten ja Gottesdienste auf dem Marktplatz in Selm und auf dem Schulhof des Förderzentrums in Bork geplant und zum Beispiel die Anzahl der Teilnehmer begrenzt.“ Aber dass es keine Gottesdienste – ob in der Kirche oder unter freiem Himmel – gebe, liege gar nicht am Schutzkonzept.

Zum Schutz der Menschen

„Die Kirche sagt, zum Schutz der Menschen ist es im Moment nicht förderlich, wenn Menschen sich außer Haus bewegen“, erklärt Pfarrerin Wischmeyer. „Und wenn wir Gottesdienste feiern, machen sich Menschen auf den Weg. Aber genau das soll vermieden werden. Alle sollen möglichst zu Hause bleiben. Wir können sie nur schützen, indem wir keine Gottesdienste anbieten.“ Selbst wenn sie in den Kirchengebäuden wegen der bestehenden Konzepte sicher seien, würden sie auf dem Weg zur Kirche oder zurück andere Menschen treffen. Die evangelische Kirche folge den Appellen der Bundesregierung, Kontakte zu minimieren.

Und die Folge sei dann auch, dass die evangelische Kirchengemeinde Selm ihre Kirche am Markt in Selm – die Borker Kirche wird noch renoviert – an Heiligabend nicht öffnen wird, kündigt Antje Wischmeyer an. Am ersten Weihnachtstag sei die Kirche am Markt dann von 10 bis 11 Uhr geöffnet. „Aber nur, damit sich die Leute den geschmückten Tannenbaum angucken, eine Kerze entzünden und ein Gebet sprechen. Es wird kein längerer Aufenthalt in der Kirche möglich sein.“

Geistliche Impulse zum Mitnehmen

Gibt es weihnachtliche Alternativangebote? „Wir werden an beiden Kirchen an die Tannenbäume und an die Zäune kleine geistliche Impulse zum Mitnehmen hängen“, antwortet die Pfarrerin. Auch auf der Homepage der Kirchengemeinde werden solche Impulse veröffentlicht. „Der Heiligabendgottesdienst mit dem Krippenspiel wird gefilmt und der Link wird auf unserer Homepage zur Verfügung gestellt.“

So kreativ diese Alternativen auch sind – ersetzen können sie die gewohnten Angebote zu Weihnachten, wie es sie in den vergangenen Jahren inklusive Gottesdienste gegeben hat, wohl nicht. „Es ist traurig und schwer, den Menschen zu vermitteln“, erklärt Antje Wischmeyer. Als absehbar gewesen sei, dass es womöglich keine Gottesdienste geben werde, habe ihr jemand geschrieben, er verliere damit den letzten Halt in dieser Zeit. Für viele, das weiß Antje Wischmeyer aus Gesprächen, beginne Heiligabend mit dem Gottesdienst. Das sei für sie Weihnachten. Und nun fehle ein Ankerpunkt. „Aber die Zahl der Coronainfektionen steigt weiter und die Menschen müssen einfach eine Zeit lang zu Hause bleiben oder nur wenige andere treffen.“ Die evangelische Kirchengemeinde werde weiter überlegen, was sie den Menschen gerade zur Weihnachtszeit noch anbieten und Gutes tun könne.

Geplant sei jedenfalls, die Kirche in Selm an Markttagen von 10 bis 11 Uhr zu öffnen. Aber eben nicht zum längeren Aufenthalt, sondern zum kurzen Verweilen. „Dann ist auch immer jemand aus dem Pfarrteam vor Ort ansprechbar.“ www.ev-kirche-selm.de

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Arndt Brede

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