Seit mittlerweile sechs Jahren wird das Schloss Cappenberg umgebaut. © Arndt Brede (A)
Meinung

Ewige Baustelle am Schloss Cappenberg ist ein schlechter Witz

Das Museum im Schloss Cappenberg ist so etwas wie die Kultur-Ausgabe des Berliner Flughafens: eine ewige Baustelle. 2017 sollte alles fertig sein. Ein Witz, findet unsere Autorin.

Kennen Sie das „Juwel des Kreises Unna“? So wird das Schloss Cappenberg gerne genannt – in Kunst- und Reiseführern. In einigen Auflagen steht als Vermerk „vorübergehend geschlossen“. Manchmal auch „Voraussichtlich bis 2017 geschlossen“ – so wie es 2015 beim Startschuss der Umbau- und Sanierungsarbeiten hieß. Heute wird dort immer noch gebaut. Das ist peinlich, passiert aber bei großen Bauprojekten offenbar immer wieder. Peinlicher ist, wie die Verantwortlichen damit umgehen. Nämlich gar nicht.

Das gut hinter Baugerüsten und provisorischen Baustellentüren versteckte Juwel scheint inzwischen seiner Fertigstellung tatsächlich entgegenzugehen. Aber anstatt das weit hinaus zu rufen, flüstern das die Mitarbeiter des LWL nur handverlesenen Besuchern beim Schlösser- und Burgentag zu. Kultur-Marketing muss anders aussehen. Sich allein auf die Strahlkraft des historischen Ortes zu berufen, reicht nicht. Sechs Jahre Bauzeit und Schließung mögen angesichts der 900 Jahre alten Geschichte von Schloss und Kirche nur ein Wimpernschlag sein. Im schnelllebigen 21. Jahrhundert ist es eine Ewigkeit.

Warum nicht offen mit Pannen umgehen? Klar, das ist nicht immer angenehm Aber das ist allemal besser als vergessen zu werden. Ein schönes Museum, das keiner mehr kennt, ist ein schlechter Witz.

Über die Autorin
Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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