Fahrlässige Körperverletztung: Selmer muss Strafe zahlen, weil sein Hund eine Frau biss

mlzBeißender Hund

Ein Hundebiss ist einem Selmer jetzt teuer zu stehen gekommen: Weil sein Hund eine Frau angegriffen hatte, musste er sich vorm Amtsgericht wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

von Sylvia Mönnig

Selm

, 24.10.2019, 05:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einem Spaziergang biss der Hund eines 22-jährigen Selmers zu und fügte einer Frau damit mehrere Wunden zu. Sie erstattete schließlich Anzeige gegen den Besitzer. Der stand nun vor Gericht. Vorwurf: fahrlässige Körperverletzung.

Mit ihrer Familie und dem eigenen Vierbeiner war die 30-Jährige am 24. August des vergangenen Jahres im Bereich der Straße Dornenkamp unterwegs, als der nicht angeleinte Hund des Selmers auf sie zu rannte. Da ihr Böses schwante, brachte sie ihr eigenes Tier in Sicherheit. Der fremde Mischling sprang an ihr hoch und biss sie.

Zweiter Vorfall einige Monate später

Sie ließ ihre Wunden im Krankenhaus versorgen, kämpfte einige Zeit mit Schmerzen und hat offenbar noch heute Narben. Dennoch wollte sie den Vorfall zunächst nur mit der Versicherung des 22-Jährigen abwickeln. Als es am 1. Januar jedoch wieder zu einer unschönen Begegnung mit dem Tier kam und es an ihr hochsprang, änderte sie ihre Meinung – auch um sich und andere Personen in Zukunft vor Schaden zu bewahren. Sie ging zur Polizei.

Vor dem Amtsgericht Lünen geriet der Hundebesitzer nun in nahezu jeder Hinsicht in Erklärungsnöte, zumal er den Prozess auch im Nachgang noch hätte verhindern können. Dafür hätte er auf die Anregung einer Vermittlungsstelle auf einen Täter-Opfer-Ausgleich reagieren und seine Versicherung einschalten müssen.

Doch das war nicht früh genug der Fall. Die Vermittlungsstelle gab auf und der Fall landete vor Gericht. Seine Untätigkeit begründete der geständige Angeklagte nun mit einem Wechsel des Versicherungsmaklers. Das habe Probleme gegeben. Den Fragebogen habe er erst vor zwei Monaten erhalten.

Geschädigte erhielt 2000 Euro Schmerzensgeld

Tatsächlich, so bekundete die Geschädigte kurz darauf im Zeugenstand, habe sie von der Versicherung auf dem zivilrechtlichen Weg in der vergangenen Woche 2000 Euro Schmerzensgeld erhalten. Dabei, so betonte die 30-Jährige, sei es ihr doch eigentlich um eine Entschuldigung gegangen. Und um die Sicherheit, dass so etwas in Zukunft nicht mehr vorkomme.

Die Zahlung, seine Einsicht im Prozess und die Tatsache, dass der Selmer bislang strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getreten war, stimmten Anklage und Gericht letztlich milde. Dem 22-Jährigen sollte eine entsprechende Eintragung im Strafregister erspart bleiben.

Sein Verfahren wurde gegen eine Zahlung von 1000 Euro Geldbuße zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung vorläufig eingestellt. „Wenn Sie das zahlen, wird das Verfahren endgültig eingestellt und alles ist gut“, so Richter Ulrich Oehrle. Auch riet er dem Selmer eindringlich, künftig auf seinen Hund aufzupassen.

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