Familien in Selm haben im Internet bald kompakt Zugriff auf wichtige Beratungsangebote

mlzDigitales Familienportal

Familien könnten bald kompakt auf wichtige Daten und Kontakte zugreifen . Mit Hilfe eines digitalen Familienportals nämlich. Was ist das genau?

Selm, Bork, Cappenberg

, 17.12.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Stadt prüft, ein digitales Familienportal für Selm einzuführen, erklärte André Kautz in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport (9.12.). Er ist Mitarbeiter der Stadtverwaltung und für die Jugendhilfeplanung zuständig. Innerhalb dieses Bereiches ist er der Ansprechpartner für das digitale Familienportal der Stadt Selm.

Ein solches Familienportal solle ein „digitaler Familienberatungsführer“ sein, so Kautz. Wer beispielsweise eine Hebamme oder einen Kinderarzt oder eine PEKiP-Gruppe innerhalb eines Umkreises von fünf Kilometern suche, könne dann im digitalen Familienportal fündig werden. „Das kann man relativ schnell herausfinden.“

Bundesministerium bietet eher allgemeine Infos

Das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend hat bereits ein Familienportal installiert. Wer sich unter familienportal.de durchklickt, findet grundsätzliche Informationen, etwa zu Familienleistungen, wie zum Beispiel finanzielle Leistungen und Unterstützung für Familien. Wer die Suche auf seinen Wohnort eingrenzt, erhält die Kontaktdaten der Ansprechpartner vor Ort. Allerdings ist eine speziell auf den eigenen Wohnort eingegrenzte Suche etwa nach Kinderärzten, Hebammen oder PEKiP-Gruppen nicht möglich.

? Was genau könnte ein Selmer Familienportal leisten?

„Das Land Nordrhein-Westfalen bietet Familien mit dem ,Onlinesystem Frühe Hilfen‘ einen neuen digitalen Service an“, berichtet Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage. Das Programm ermögliche es Kommunen, auf ihren Internetseiten „Familienportale“ einzurichten. Dort werden alle bestehenden Beratungs- und Informationsangebote sowie Kontaktadressen aus dem Bereich der Frühen Hilfen kompakt und übersichtlich dargestellt. „Ziel ist es, auch in Selm ein ,Familienportal‘ einzurichten und Kindern, Jugendlichen, Eltern und Familien in Selm einen digitalen Überblick über Betreuungs-, Beratungs-, Unterstützungsmöglichkeiten und Förderangebote in Selm bereitzustellen“, sagt der Stadtsprecher.

? Gibt es bereits Beispiele für kommunale Familienportale, an denen sich Selm orientieren könnte?

Die Stadt Kamen habe bereits ein „Familienportal“, der Kreis Unna einen „Familienwegweiser“ eingerichtet, so Woesmann. „Mit den Kollegen der betreffenden Kommunen befinden wir uns im fachlichen Austausch und können von den Erfahrungswerten hinsichtlich der Einführung und Pflege der jeweiligen Portale profitieren.“

Die Stadt Kamen hat bereits ein digitales Familienportal eingerichtet.

Die Stadt Kamen hat bereits ein digitales Familienportal eingerichtet. © Brede, Arndt

? Was ist nötig, damit ein solches Familienportal in Selm installiert werden könnte?

„Die größte Herausforderung zur Erstellung/Einrichtung eines Familienportals liegt zunächst in der Bestandsaufnahme, welche Angebote es für Kinder, Jugendliche und Familien in einer Kommune überhaupt gibt“, listet Malte Woesmann auf. Durch das über Jahre gewachsene Netzwerk „Frühe Hilfen/Kinderschutz Selm“, mit vielen aktiven Netzwerkakteuren und bereits regelmäßig stattfindendem Austausch über die Angebote für Familien in Selm, sei die Stadt in Bezug auf die Bewältigung dieser Herausforderung sehr optimistisch. Nach der Einrichtung eines Familienportals liege die Herausforderung in erster Linie in der Pflege, dem Ausbau und Bekanntmachung des Portals.

? Gibt es einen Zeitplan, wann das Familienportal an den Start gehen soll?

„Ziel ist es, Ende Januar mit einer aktuellen Bestandsaufnahme der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien in Selm zu beginnen, beziehungsweise die bereits bekannten Angebote zusammenzutragen und zu ergänzen und diese dann in der Folgezeit in das Familienportal einzupflegen“, berichtet Woesmann.

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