Toben, Spielen, Lernen: Die Kinder vom „Spielmobil“ aus Selm waren am Mittwoch auf Abenteuertour in der Waldschule Cappenberg. Denn auch für die Waldschule war die letzte Zeit nicht leicht.

Selm

, 29.07.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Auf geht‘s in das Waldabenteuer! Das war das Motto zum sogenannten „Bergfest“, denn es ist Halbzeit bei dem Ferienprogramm des Spielmobils in Selm. Bewaffnet mit Gummistiefeln, Rucksäcken und Lunchpaketen ging es für die 100 Kinder am Mittwoch zur Waldschule nach Cappenberg. Schon die ganze Zeit beschäftigt sich das Spielmobil mit dem Thema Natur und Nachhaltigkeit.

Der Ausflug in die Waldschule passt da perfekt. Damit der Tag in der Waldschule auch etwas Besonderes wird, hat sich Waldlehrer Oliver Bellaire mit seinem Team einen Stationslauf überlegt. Den konnten die Kinder in ihren jeweiligen Bezugsgruppen von maximal zehn Kindern ablaufen. Klar, dass da alle Kinder begeistert und motiviert mitmachen.

Lagerfeuer sei das Nonplusultra

Die erste Station war das Lagerfeuer an der Waldschule, auf dem die Kinder selbst Stockbrot machen konnten. „In meiner Kindheit war Lagerfeuer für mich das Nonplusultra und ein richtiges Abenteuer“, erklärt Oliver Bellaire den Hintergrund der ersten Station. Außerdem können die Kinder danach auch gut gestärkt in Richtung Wald gehen.

Zur Stärkung gab es für Kinder und Betreuer zwischendurch Stockbrot über dem Lagerfeuer.

Zur Stärkung gab es für Kinder und Betreuer zwischendurch Stockbrot über dem Lagerfeuer. © Viktoria Michelt

Denn die zweite Station war das „Waldtor“. Dort mussten die Kinder mit Teamwork verschiedene Aufgaben meistern, um überhaupt in den Wald zu dürfen. „Die Spiele waren cool und ich mag den Wald auch“, erklärt die siebenjährige Louisa. Sie ist schon gespannt, was im Wald noch passiert.

Dort waren vor allem Fantasie und Kreativität gefragt. Denn bei der dritten Station konnten die Kinder Fantasietiere aus Ton nachbauen. Direkt im Anschluss haben die Kinder dann noch einmal mehr über echte Tiere und Pflanzen im Wald erfahren: Sie haben verschiedene Blätter gesucht, um zu erfahren, wie viele verschiedene Bäume es im Cappenberger Wald gibt.

Überall entdecken die Kinder etwas Neues

Das Ergebnis: Elf bis zwölf. „Das ist schon viel“, meinen die Kinder. Sie alle sind von der Station begeistert, vor allem Noah (8 Jahre). „Das ist wirklich toll hier, weil man so viele verschiedene Arten findet“, erklärt er. Denn Noah hat sogar schon einen Mistkäfer gefunden. „Der war unter einem Baum versteckt, gleich neben den Spinnen“, erklärt er. Vor denen hat er keine Angst.

An der letzten Station war dann noch einmal Gleichgewicht und Geschicklichkeit gefragt. Zum einen mussten die Kinder auf Zeit gemeinsam ein Tipi bauen. Die Bedingung: Es muss stabil sein und man muss dort reingehen können. Keine leichte Aufgabe. Im zweiten Teil der Station müssen die Kinder ihr Gleichgewicht auf einem Baumstamm unter Beweis stellen.

Viel Abwechslung zwischen den Stationen

Eine Stunde hatten die Gruppen für die jeweiligen Stationen Zeit - inklusive Wechselzeiten. „Natürlich können wir alle Stationen nur anreißen, normalerweise nehmen wir uns mehr Zeit dafür“, erklärt Oliver Bellaire. Doch so habe der Stationslauf auch etwas Gutes an sich, und zwar ganz viel Abwechslung.

Denn auch in den letzten Tagen haben die Kinder viel zum Thema Natur und Nachhaltigkeit gemacht. Sie haben ein Insektenhotel gebaut, einen Traumfänger oder Windspiele gebastelt oder auch den Müll im Auenpark aufgesammelt. Ein kleines Highlight war das Fischefangen im Selmer Bach. Doch für viele Kinder ist die Waldschule bisher das „coolste“ gewesen.

Dabei finden in der Waldschule in Cappenberg wegen der Corona-Pandemie erst seit Juni wieder einige Angebote statt, darunter Führungen zum Thema Amphibien, eine Kräuterwanderung oder eine Fledermausexkursion, aber auch Kindergeburtstage stehen wieder auf dem Programm.

Viele Menschen haben Angst

Oliver Bellaire und seine Kollegen merken den Einbruch durch Corona deutlich. Momentan arbeiten nur die Hälfte der Mitarbeiter, so langsam werden es mehr. „Viele Menschen sind natürlich besorgt und haben Angst, das merkt man dann auch am Telefon“, erklärt Oliver Bellaire. Doch die Angst könne er vielen durch intensive Gespräche nehmen.

Die Hauptorganisatoren der Waldschule und des Spielmobils sind froh, dass sie in diesem Jahr das Waldabenteuer so umsetzen konnten.

Die Hauptorganisatoren der Waldschule und des Spielmobils sind froh, dass sie in diesem Jahr das Waldabenteuer so umsetzen konnten. © Viktoria Michelt

Denn das Hygienekonzept der Waldschule ist ausgereift: Es werde viel desinfiziert und auch innerhalb der Gruppen müssten beispielsweise beim Erklären Masken getragen werden, so der Waldlehrer. „Vor allem die Kinder freuen sich natürlich, dass sie endlich wieder draußen sein dürfen“, so Bellaire. Das mache ihn dann auch selbst glücklich.

Auch mit großen Gruppen möglich

Doch so eine große Gruppe mit über 100 Kindern hatte Bellaire in der Waldschule seit Beginn der Corona-Pandemie nicht mehr gehabt. „Doch wie wir sehen klappt das mit den Bezugsgruppen auch hervorragend“, so Bellaire. Auch Benedikt Dorth als Jugendpfleger und Organisator des Spielmobils kann ihm da zustimmen. „Wir finden das hier in der Waldschule so toll dass wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder hier sein können.“

Zusammen mit Louisa Seier und Lara Hörning hat er das gesamte Spielmobil geplant und auf die Beine gestellt. Nun hofft er, dass im kommenden Jahr zumindest alles mit Corona wieder einigermaßen im Griff sei. „Denn in einer lockeren Atmosphäre ist so eine Aktion hier im Wald natürlich viel entspannter.“

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