Fledermäuse verhindern, dass Haus abgerissen wird

Bauarbeiten verschoben

Weil das leerstehende Fachwerkhaus an der Gräfin-Kilmannsegge-Straße 5 marode ist, wollte ein Immobilien-Unternehmer aus Cappenberg es abreißen lassen. Als ein Nachbar ihn über die dort wohnenden Fledermäuse informierte, hatte er ein Einsehen. Das Haus bleibt stehen. Vorerst.

CAPPENBERG

08.09.2014, 11:51 Uhr / Lesedauer: 1 min

Als Dr. Gert Sobottka vom geplanten Abriss erfuhr, sorgte er sich um die Jungtiere, die dort gerade aufgezogen werden. Er wohnt im Haus gegenüber und hat die Nachtjäger oft beobachtet: „Sie kommen aus dem Dach des Hauses und fliegen manchmal direkt über unsere Terrasse.“ Gemeinsam mit Peter Thiene vom Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) Lünen/Selm wandte er sich an Helmut von Bohlen und trug ihm seine Sorgen um den Fledermaus-Nachwuchs vor. Der hatte Verständnis und erklärte sich bereit, mit dem Abriss bis zum Herbst zu warten. Dann sind die jungen Fledermäuse flügge und stark genug, um ihre Winterquartiere in Fels- oder Baumhöhlen oder in alten Bunkern zu erreichen.

Gert Sobottka und Peter Thiene sind dem Immobilienmakler dankbar. Immerhin nimmt er mit der Verzögerung einen gewissen finanziellen Verlust in Kauf. Rein rechtlich hätte er das alte Fachwerkhaus durchaus früher abreißen können, auch wenn die fliegenden Säuger unter Naturschutz stehen. Nun hofft Sobottka, dass die Fledermäuse auch im nächsten Frühjahr zurück kommen. Zu diesem Zweck hat er zwei für die kleinen Säugetiere geeignete Nistkästen hoch an seinem Haus angebracht. Vielleicht folgen andere Nachbarn seinem Beispiel. Dann könnten auch künftig fliegende Nachtjäger in der Gräfin-Kilmannegge-Straße beobachtet werden. Nicht nur dort, wie Gert Sobottka weiß: „Eigentlich kennen alle Cappenberger die Fledermäuse.“ 

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