Freifunk Selm nimmt Stellung zum Rats-Entscheid

Nach Nein zur Unterstützung

Die Initiative Freifunk in Selm hat auf die Rats-Entscheidung reagiert und die Entscheidung der Politik kritisiert. Denn die lehnte den Antrag der Grünen ab, die Freifunk-Initiative zu unterstützen. Ein Überblick über die bisherigen Geschehnisse und die Reaktionen der Initiative.

SELM

, 16.03.2016, 05:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Freifunk Selm nimmt Stellung zum Rats-Entscheid

Jörg Wittemeier ist Freifunker. Er treibt nun die Initiative für freies W-LAN im Selmer Stadtgebiet voran und hat auf die Rats-Entscheidung reagiert.

Darum geht es:

  • Die Initiative Freifunk in Selm setzt sich für ein dichtes WLAN-Netz in ihrer Stadt ein. Privatpersonen und Restaurants können ihr Internet kostenlos für andere zur Verfügung stellen. Besonders für Flüchtlinge sei das wichtig.
  • Die Grünen stellten in der Folge den Antrag, das Freifunk-Netzwerk städtisch zu unterstützen.
  • In einer Ratssitzung wurde der Antrag mit einer 23:8-Mehrheit abgelehnt.
  • Bürgermeister Mario Löhr begründete die Entscheidung mit Datenschutzsorgen und juristischen Bedenken. 

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Freifunk nimmt Stellung zu Rats-Entscheid

Freifunk Initiator Jörg Wittemeier sagte: „Der Ratsbeschluss gegen die Unterstützung von Freifunk für Selmer Bürger und Flüchtlinge ist kein Dämpfer für Freifunk, sondern ein Dämpfer für die Stadt Selm.“

Er begründete seine Aussage unter anderem mit der enormen Reichweite, die das Freifunk Selm in der kurzen Zeit erreichte.

Weiterhin betonte er, keinen Antrag gestellt zu haben: "Freifunk ist ein Angebot. Auch die Stadt Selm wurde zur Infoveranstaltung eingeladen, reagierte jedoch nicht. Wir stehen jedem offen gegenüber."

Kritik am Verhalten der Stadt bei der Entscheidung

„Eine Stadt, die auf ihr Ehrenamt mit Recht stolz ist, hält es nicht für nötig, sich bei ihren fachkundigen Bürgern zu informieren. Sie schaut nicht über den eigenen Tellerrand", kritisierte Wittemeier die Entscheidungsfindung.

Weiterhin warf er der Regierung vor, sich vorher nicht ausreichend in anderen Städten über ein solches Projekt informiert zu haben.

Die Bergründung der Stadt, Bürger würden unkontrollierbar, irritiert ihn: "Anscheinend hat man in anderen Gemeinden ein größeres Vertrauen in seine Bürger.“

Freifunk Selm wird weiter für freies Internet arbeiten

„Warum die Stadt insbesondere Flüchtlingen Zugang zu Wissen, Sprachkursen und Kontakt zu den Familien in ihrer Heimat verwehrt, bleibt ein unschönes Rätsel“, fuhr der Gründer der Initiative in der Stellungnahme fort.

Weiterhin können sich Leute bei ihm melden, die etwas von ihrem Internet abgeben wollen. Besonders Zugänge im Bereich der Kreisstraße und in der Nachbarschaft von Flüchtlingen seien gefragt.

 

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