Fremder Müll sorgt für Ärger in der Breslauer Straße

Anwohner sind sauer

Heinz Röttger und Helmut Appel sind sauer. Unbekannte entsorgen schon seit zwei Jahren ihren Müll in den Mülltonnen der beiden Nachbarn an der Breslauer Straße. Das füllt nicht nur ihre Tonnen viel schneller als nötig - es stinkt wortwörtlich zum Himmel.

Selm

21.07.2015, 17:57 Uhr / Lesedauer: 2 min

Faulende Fleischabfälle und andere Lebensmittelreste landen regelmäßig in den blauen Papier- oder den gelben Plastiktonnen von Heinz Röttger und Helmut Appel an der Breslauer Straße. An fast jedem Wochenende werfen Unbekannte nachts große schwarze Säcke in ihre Tonnen. Besonders unangenehm im Sommer.

„Oft zerreißen die Beutel und dann quillt der ganze ekelige Inhalt heraus“, sagt Heinz Röttger. Bei ihm fing es im vergangenen Jahr an, bei seinem Nachbarn schon 2013. Seit ein paar Monaten werden beide massiv mit dem Fremdmüll belästigt. 

Weder Polizei noch Stadtwerke helfen

„Ich habe mich an die Polizei gewandt“, berichtet Heinz Röttger. Die habe ihm geantwortet, man hätte keine Zeit, sich darum zu kümmern. Zumal es sich nicht um eine Ordnungswidrigkeit handele.

Dann riefen die Nachbarn bei den Stadtwerken an, die in Selm für die Müllabfuhr zuständig sind. Auch dort bekamen sie keine Hilfe. Stattdessen, so Heinz Röttger, die folgende Antwort: „Regen Sie sich nicht so auf. Es gibt Schlimmeres auf der Welt.“

Diese Reaktion machte den Selmer wütend: „Wenn das keine Ordnungswidrigkeit ist, dann könnte ich meine Mülltonnen einfach abmelden und den Abfall bei anderen Leuten in den Tonnen verteilen.“

Neben Abfall noch Gebühren

Das wird Heinz Röttger natürlich nicht tun. Aber er und Helmut Appel fühlen sich allein gelassen. Denn hinzu kommt noch ein weiteres Problem: Wenn der Fahrer des Müllfahrzeugs mal zufällig in die Plastiktonnen guckt und organische Abfälle darin findet, dann lässt er die Tonne stehen. Dann bleiben die Nachbarn nicht nur auf dem Fremdmüll, sondern auch noch auf dem eigenen Abfall sitzen, für dessen Abfuhr sie Gebühren zahlen.

Wir baten den Pressesprecher der Stadt Selm, Malte Woesmann, um eine Stellungnahme zu diesem Ärgernis. In seiner Antwort teilt er mit, dass das Problem mit wild abgelagertem Müll in der Wohnsiedlung Seiland, zu der die Breslauer Straße gehört, den Stadtwerken schon länger bekannt sei.

Restaurantabfälle in der Vergangenheit

Ähnliche Fälle mit großen Mengen an Restaurantabfällen waren in der Vergangenheit im Waldstück an der Ludgerigräfte verzeichnet worden. Die Stadtwerke nahmen darauf diesen Bereich intensiver ins Auge, worauf sich die Fälle dort verringerten, teilweise auch ausblieben. Damals wurde der Müll nach Hinweisen auf den Verursacher untersucht, Rechnungen zum Beispiel Ohne Erfolg.

„Es scheint zu einer Verdrängung hin in private Mülltonnen gekommen zu sein", sagt Woesmann. Das sei bedauerlich, doch die Stadtwerke könnten in dieser Sache nichts unternehmen. Für die korrekte Befüllung der Tonnen sei laut Satzung jeder selber verantwortlich.

Auf den Fall an der Breslauer Straße bezogen empfehlen die Stadtwerke den Geschädigten, ihre Tonnen erst am Tag der Leerung an die Straße zu stellen und diese bis dahin in einem für andere unzugänglichen Bereich zu lagern. Ob Heinz Röttger und Helmut Appel das hilft, bleibt abzuwarten.

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