Willi Heitmann vom Jakobsbrunnen muss eventuell schon bald die Preise seiner Gerichte erhöhen. © Archiv
Inflation

Für die Selmer wird es bald teurer, wenn sie ins Restaurant möchten

Die Inflationsrate in Deutschland ist so hoch wie seit 28 Jahren nicht mehr. Das spüren auch die Gastronomen in Selm. Und bald dürften es auch die Selmer Bürger spüren.

Die Preise in Deutschland steigen so stark wie lange nicht mehr. Das Statistische Bundesamt teilte mit, dass die Verkaufspreise im deutschen Großhandel um 13,2 Prozent höher lagen als noch vor einem Jahr. Die Inflationsrate für den September 2021 in Deutschland liegt bei 4,1 Prozent – so hoch seit Ende 1993 nicht mehr. Das werden wohl auch die Bürger in Selm zu spüren bekommen. Beispielsweise in der Gastronomie.

Denn mit der erhöhten Teuerungsrate steigen auch die Preise für Fleisch, Gemüse und Obst. Die Selmer Gastronomen kommen deshalb teilweise nicht drumherum, ihre Gerichte zu verteuern. Kostete beispielsweise der Döner im Sultan Grill Selm bis vor Kurzem laut Aussage von Mitarbeiter Onur Atli noch 4,50 Euro mit Käse, ist er jetzt um einen Euro teurer.

„Alles ist im Einkauf um acht bis zehn Prozent teurer geworden“, sagt Atli. Da leiden dementsprechend auch die Preise der Gerichte drunter.

Das merken auch andere Gastronomen in Selm. Bei einer Umfrage unter einigen von ihnen zeigt sich zwar, dass sie noch versuchen, die Preise stabil zu halten. Sie aber auch wissen, dass sie – bleibt es bei der Teuerungsrate – bald nachziehen müssen.

Wenn die Entwicklung so bleibt, wird‘s teurer

Wilhelm Heitmann, Inhaber des Jakobsbrunnens in Selm, erzählt, dass er die Preise noch stabil hält. „Wir haben vor ein paar Wochen eine neue Karte gemacht. Da haben wir die Preise noch gehalten.“

Wenn sich die Entwicklung im Einkauf aber so fortsetze, müsse er es sich überlegen, die Preise nicht doch zu erhöhen. „Die Fleisch- und Gemüsepreise steigen“, sagt er. „Das ist ein Faktor.“ Kurzfristig die Preise heraufsetzen möchte er aber nicht.

Ähnlich äußert sich ein Mitarbeiter der Selmer Pizzeria La Grotta. „Wahrscheinlich müssen auch wir bald die Preise erhöhen, wenn das so weitergeht.“ Man wolle diese aber so lange wie möglich stabil halten. Noch sind sie es. Die Frage ist nur, für wie lange.

Ute Vogt, Inhaberin vom „Zum alten Feld“, möchte sich schon bald an die Kalkulation machen, um auszurechnen, um wie viel sie erhöhen muss. „Wir müssen die Preise auf kurz oder lang erhöhen. Eigentlich wäre das schon vor der Pandemie der richtige Schritt gewesen, da wollten wir den Kunden, die ebenfalls Einbußen hatten, aber entgegenkommen.“

Jetzt gehe es aufgrund der steigenden Einkaufspreise aber nicht mehr anders. Eins verspricht sie aber ihren Kunden: „Es muss für beide Seiten passen.“

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