Gabenzäune in Bork und Selm: Spenden für Obdachlose und Bedürftige

Coronavirus

In Bork an der Feuerwehr und in Selm an der evangelischen Kirche stehen jetzt so genannte Gabenzäune. Hier kann jeder ganz unkompliziert Lebensmittel oder Hygieneartikel für Bedürftige spenden.

Bork, Selm

, 06.04.2020, 14:06 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Gabenzaun in Bork steht am Feuerwehrgerätehaus. Auf die Idee dazu ist Willi Müller (l.) gekommen. Zusammen mit Andrea Preuß hat er sich um die Umsetzung gekümmert. Hilfe kam auch von den Selmer Stadtwerken: Sven Hüser hat jetzt schon zwei Gabenzäune im Stadtgebiet aufgestellt.

Der Gabenzaun in Bork steht am Feuerwehrgerätehaus. Auf die Idee dazu ist Willi Müller (l.) gekommen. Zusammen mit Andrea Preuß hat er sich um die Umsetzung gekümmert. Hilfe kam auch von den Selmer Stadtwerken: Sven Hüser hat jetzt schon zwei Gabenzäune im Stadtgebiet aufgestellt. © Marie Rademacher

Zwei Rollen Klopapier hängen am Montagmittag an dem Bauzaun vor der Feuerwehr in Bork - gut verpackt in eine Plastiktüte. Ein ebenso verpacktes Taschenbuch schimmert durch eine andere Tüte und gerade hat die Borkerin Andrea Preuß noch zwei Dosen Hundefutter an den Zaun geknotet. Mit ganz einfachen Mitteln hat sie zusammen mit dem Borker Willi Müller den so genannten Gabenzaum auf die Beine gestellt.

„Ich hatte im Fernsehen gesehen, dass es so etwas in anderen Städten gibt“, erzählt Willi Müller im Gespräch mit der Redaktion. In großen Städten wie Berlin oder Hamburg gibt es solche Zäune, an die Menschen in Tüten verpackte Lebensmittel oder Hygieneartikel knoten, die Obdachlose oder Bedürftige dann mitnehmen können, schon etwas länger. Wegen der aktuellen Corona-Krise gibt es jetzt gerade immer mehr Städte, in denen solche Zäune als Hilfsangebote zu finden sind: In Unna zum Beispiel - oder in Dortmund, wo sogar ein Spielplatz-Klettergerüst so umfunktioniert wurden.

Stadtwerke und Verwaltung schnell im Boot


„Ich dachte, das ist doch schnell gemacht, das können wir hier auch machen“, so Willi Müller. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Selmer Tafel im Moment keine Lebensmittel ausgeben kann, wäre das auch für die Stadt Selm eine gutes Angebot, dachte er.

Von diesem Gedanken bis zur Umsetzung dauerte es nicht lange: Willi Müller rief am Donnerstag in der vergangenen Woche beim Bürgermeister und bei den Stadtwerken an - und bekam nicht nur das OK für die Aktion, sondern auch Hilfe.

Freitag stand der Zaun auf einem kleinen Wiesenstück neben der Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus an der Netteberger Straße schon. „Das ist eine super Idee, unsere Chefin hat sofort gesagt: Das unterstützen wir“, sagt Sven Hüsner von den Stadtwerken. „Ich habe gerade auch schon den zweiten Zaun aufgestellt“, erzählte er weiter.

Zweiter Gabenzaun in Selm neben der evangelischen Kirche

Der steht neben der evangelischen Kirche am Markt in Selm (zum Vorplatz des Bürgerhauses hin) - eine Mitarbeiterin hatte sich, nachdem sie von dem Zaun in Bork gehört hatte, an die Stadt gewandt. Gerade, weil in den Räumlichkeiten der evangelischen Kirche in Selm zum einen unter normalen Umständen die Tafelausgabe stattfindet und auch die Obdachlosenberatung der Stadt Selm, ist das ein guter Stadtort für so einen Zaun.

In Selm steht der Gabezaun auf einer Wiese neben der evangelischen Kirche am Markt - also auch in unmittelbarer Nähe zum Platz vor dem Bürgerhaus.

In Selm steht der Gabezaun auf einer Wiese neben der evangelischen Kirche am Markt - also auch in unmittelbarer Nähe zum Platz vor dem Bürgerhaus. © Marie Rademacher

Nur die Beschilderung fehlte dort am Montagmittag noch, die auf die Gabenzaun-Spielregeln hinweist. In Bork kann man sie schon nachlesen: Gespendet werden sollten haltbare Lebensmittel, Hygieneartikel und Tierfutter - nichts, das schmelzen könnte oder schnell verdirbt. Die Spenden sollten in Tüten verpackt an den Zaun geknotet werden - mit einem Zettel außen dran, der darüber informiert, was in der Tüte drin ist.

Bedürftige Menschen können sich dann an dem Zaun bedienen - sollten aber, so steht es auf den Schildern, nur ein Paket pro Tag mitnehmen.

Menschen, die sonst Kunden der Tafel sind, können sich darüber hinaus auch bei der Stadt Selm und den Schicksalshelfern melden. Zusammen haben diese beiden ja für die Stadt Selm einen von ehrenamtlicher Arbeit getragenen Lieferdienst organisiert für alle, die in Zeiten von Corona Hilfe beim Einkauf brauchen. Unter der Hotline (02592) 69227 können sich Interessierte melden - das gilt auch für Kunden der Tafel.

Lesen Sie jetzt