Galaktische Nebel: Borker präsentiert spektakuläre All-Aufnahmen

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Was sich Tausende von Lichtjahren entfernt über uns abspielt, kann das menschliche Auge kaum erfassen - die Kamera von Astrofotograf Wolfgang Zimmermann schon. Er zeigt beeindruckende Fotos.

von Julian Beimdiecke

Selm

, 17.10.2020, 14:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn im August und September die meisten Selmer schon tief und fest geschlafen haben dürften, war Wolfgang Zimmermann oft noch wach: Der Hobby-Astro-Fotograf versuchte, galaktische Nebel von seinem Garten in Bork aus vor die Kamera zu bekommen. „Ich richte dann zwar abends schon die Kamera aus und stelle alles ein, aber schlafen gehe ich meist nicht - es kann ja immer mal etwas schiefgehen“, so Zimmermann.

Die Sommermilchstraße im Sternbild Schwan über dem Garten von Wolfgang Zimmermann.

Die Sommermilchstraße im Sternbild Schwan über dem Garten von Wolfgang Zimmermann. © Wolfgang Zimmermann

Wolken aus Staub und Gas

Sein Einsatz hat sich gelohnt: Gleich mehrere spektakuläre Fotos von galaktischen Nebeln sind ihm gelungen - ein beeindruckendes Zusammenspiel aus Licht, Dunkelheit und leuchtenden Farben. Dabei sind galaktische Nebel eigentlich erst einmal nichts anderes als Wolken aus Staub und Gas, die im All herumschwirren. Allerdings ist der Nebel unter anderem auch aus ionisiertem Wasserstoff und ionisiertem Sauerstoff zusammengesetzt - unter anderem diese Elemente geben einigen Fotos von Zimmermann die beeindruckende Farbe. „Die Aufnahmen habe ich in der sogenannten Hubble Palette verarbeitet“, erzählt Zimmermann. Durch diese Technik werden die einzelnen Elemente in verschiedenen Farben dargestellt, was gleich zwei Vorteile hat: Erstens kann man so besser Rückschlüsse auf die Zusammensetzung des Nebels ziehen, zweitens sehen die Bilder so noch beeindruckender aus.

Auch den Kalifornianebel bekamt Astrofotograf Wolfgang Zimmermann aus Bork vor die Linse.

Auch den Kalifornianebel bekamt Astrofotograf Wolfgang Zimmermann aus Bork vor die Linse. © Wolfgang Zimmermann

„Das menschliche Auge sieht in der Dunkelheit fast nur schwarz-weiß - es sei denn, es gibt eine helle, farbliche Lichtquelle. Die Nebel sind aber eigentlich nicht hell genug“, erklärt Zimmermann. Nur sehr wenige Exemplare seien mit dem menschlichen Auge zu sehen. „Oder andersherum gesagt: Das menschliche Auge ist dafür nicht empfindlich genug.“

Löwen- und Elefantenrüsselnebel

Das gilt nicht für Wolfgang Zimmermanns Kamera - allerdings ist schon einiges an Erfahrung und Ausrüstung nötig, um diese Fotos zu machen. Bei einer Gesamtbelichtungszeit von mehreren Stunden war unter anderem eine Kamera-Nachführung wichtig, die geholfen hat, trotz Erdrotation die Kamera immer an demselben Fleck auszurichten. Zusätzlich hat auch eine verbundene Software geholfen. Und auch Erfahrung ist wichtig, wie Zimmermann sagt: „Man muss schon wissen, wo man hinsehen muss.“

In seinen Fokus gerieten dabei unter anderem der Löwennebel (SH2-132), der 10.000 bis 12.000 Lichtjahre entfernt ist und 1955 entdeckt wurde und der Elefantenrüsselnebel (IC 1396), der 2.400 bis 2.500 Lichtjahre entfernt ist und im Jahr 1893 entdeckt wurde. Was sich noch alles in diesen Höhen herumtreibt, dürfte dann auf den nächsten Fotos Zimmermanns zu sehen sein - er bleibt jedenfalls dran. Denn: „Jetzt werden die Nächte ja wieder länger“, freut er sich.

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