Familie Hamidovic im Gasthaus Suer: links Atif (26) mit seiner Frau und den Eltern. © Marie Rademacher
Kneipe in der Altstadt

Gasthaus Suer in Selm: Betreiber bieten im Lockdown neuen Service an

Das war vor einem Jahr ein Bangen: Würde das Gasthaus Suer weiter existieren? Die Stadt Selm fand einen Pächter. Doch dann kam Corona. Die neuen Betreiber lassen sich aber nicht unterkriegen.

Den Start in Selm hatte sich Familie Hamidovic anders vorgestellt. Statt Anfang April 2020 ging es erst Mitte Mai los – wegen Corona. Und statt Weihnachtsfeiern auszurichten, musste sie im November den Laden dicht machen – wegen Corona. Das hat sich am Freitag (28.11.) geändert.

Es brennt wieder Licht im Selmer Wohnzimmer: der letzten Kneipe in der Selmer Altstadt, gleich neben der Friedenskirche. Platz nehmen und gemütlich das Wochenende einläuten darf dort aber niemand. Das verbietet die Corona-Schutzverordnung. Essen zubereiten und zwischen 17.00 und 21.00 Uhr abholen lassen, ist aber möglich: etwas, mit dem sich bereits einige Selmer Unternehmen durch die Krise zu retten versuchen. Die neuen Betreiber der Traditions-Kneipe gehören neuerdings auch dazu.

„Wir bieten alle Speisen an, die auch auf unserer Karte stehen“, sagt Atif Hamidovic (26): vom Toast Suer mit Rumpsteak und Champignons über den Balkan-Teller bis zum Lachsfilet mit Krabbensauce. Wer Appetit hat, kann im Internet auswählen, anrufen (Tel. 02592/1067), abholen und zuhause genießen.

Familie Hamidovic ist nach Selm gezogen

Zusammen mit seinen Eltern und seiner Frau hat Atif Hamidovic in Selm nicht nur im Frühjahr einen neuen Arbeitsplatz gefunden – vorher war die Familie in Senden und Albachten tätig -, sondern auch eine neue Heimat. „Wir leben gerne hier.“ Alles laufe gut – wenn nicht die Pandemie wäre. Die mache es für die gesamte Gastronomie schwer, auch für seine Familie. „Aber wir schaffen das“, sagt er. Und etwas leiser: „Wir müssen das schaffen.“

Die Familie hat renoviert und umgestaltet. Noch sind die Arbeiten nicht ganz abgeschlossen. Trotz mancher Veränderungen: Der Tresen ist geblieben, ein gefragter Treffpunkt, so lange das gefahrlos möglich war.

Atif Hamidovic spricht lieber über Erfolge als über Sorgen. Der Sommer sei gut gelaufen. Das gute Wetter hätten viele Menschen im Biergarten vor dem Haus an der Ludgeristraße genossen.

Die bange Suche nach einem Nachfolger

Stefan und Mary Suer halten die Daumen. Die beiden sind die Eigentümer des Gasthauses mit der charakteristischen Fassade und wohnen auch oben im Haus. 38 Jahre haben sie den Familienbetrieb geführt und dann im Frühjahr 2019 angekündigt, aufhören zu wollen, um gemeinsam den Ruhestand zu genießen. Die Suche nach einem Nachfolger war aber schwierig. Schon schien klar zu sein, dass es keine gastronomische Nutzung mehr geben würde. Da sprang die städtische Entwicklungsgesellschaft ein.

Sie pachtete von den Suers die Gaststätte und suchte einen Betreiber – mit Erfolg. Im Februar verkündete der damalige Bürgermeister Mario Löhr: „Für das Gasthaus Suer ist ein Betreiber gefunden“.

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Leiterin des Medienhauses Lünen
Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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Sylvia vom Hofe

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