Gerüchte um die Hebammerei in Bork: Schließt die Hebammen-Praxis?

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Helle, angenehm gestaltete Räume. Wohlfühlatmosphäre. Aber es gibt das Gerücht, dass die Hebammerei in Bork schließt. Was ist dran am Gerücht?

Selm, Bork

, 06.11.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Hebammerei in Bork hat im Spätsommer 2017 an der Bahnhofstraße geöffnet. Hebamme Franziska Knierim hat sie gegründet. Zuletzt hatte auch Hebamme Janina Krischel in der Praxis gearbeitet. In diesem Jahr ging Franziska Knierim dann in Elternzeit, Janina Krischel betreute die Frauen allein in der Praxis weiter. Auf der Homepage der Hebammerei steht, dass die Elternzeit Franziska Knierims im Dezember dieses Jahres enden wird. Und nun das Gerücht, dass die Hebammerei in Bork gar nicht mehr öffnet. Wir haben Franziska Knierim gefragt, ob das stimmt.

„Leider ja“, antwortet die junge Frau. „Die Hebammerei hat bereits zum 31. Oktober geschlossen.“ Private, familiäre Gründe seien es, die sie bewogen haben, die Praxis zu schließen. Janina Krischel gehe zurück nach Dortmund.

Franziska Knierim hat die Hebammerei in Bork 2017 eröffnet. Jetzt musste sie sie aus privaten Gründen schließen. Sie arbeitet aber mobil als Hebamme weiter.

Franziska Knierim hat die Hebammerei in Bork 2017 eröffnet. Jetzt musste sie sie aus privaten Gründen schließen. Sie arbeitet aber mobil als Hebamme weiter. © Screenshot Arndt Brede

Rund 250 Frauen und Familien habe die Hebammerei seit 2017 betreut. Die Praxisschließung dürfte eine Lücke in die Betreuung schwangerer Frauen in der Stadt reißen. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: „Ich werde weiter als freiberufliche Hebamme arbeiten“, sagt Franziska Knierim. Sie werde im Januar wieder die Arbeit aufnehmen. „Nur eben ohne Praxis.“ Sie werde mobil arbeiten. „Die Wochenbettbetreuung der Frauen habe ich ja bisher auch schon zu Hause gemacht. In Coronazeiten sind es natürlich etwas veränderte Bedingungen. Aber das mache ich weiter. Ich werde die Frauen auch weiterhin in der Schwangerschaft besuchen. Aber eben jetzt alles bei den Frauen zu Hause und nicht mehr in der Borker Hebammerei.“

Interieur aufgelöst

Was wird denn aus der Praxis? „Das wissen wir noch nicht“, antwortet Franziska Knierim. „Wir haben unseren Mietvertrag schweren Herzens gekündigt. Was daraus wird, weiß ich aber noch nicht.“ Und was wir aus dem liebevoll gestalteten Interieur? „Das haben wir aufgelöst. Einen Teil haben wir verschenkt, einen Teil selber genutzt und eine Teil haben wir an andere Hebammenpraxen weitergegeben: Matten, Bälle, Stillkissen, all das, was wir gebraucht haben.“

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Wie wichtig ist es eigentlich, dass zumindest Franziska Knierim weiter mobil in der Stadt arbeitet? „Sehr wichtig“, erklärt die 34-jährige Hebamme. „Es gibt weiter zu wenig freiberufliche Hebammen, die die Frauen aufsuchen und die Frauen zuhause betreuen. Es gibt ja noch die Kolleginnen aus der Praxis ,Die Linde‘ in Selm, aber eigentlich sind wir alle zusammen - und wir haben immer gut zusammengearbeitet und tun das auch weiterhin - zu wenig Hebammen für unsere Stadt. Wir haben noch zu viele Frauen, denen wir absagen müssen.“ Sie selbst sei bis Juni ausgebucht.

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