Getränkehandel in Selm: Wie geht es weiter mit der Löschbar?

mlzLöschbar

Das Gelände des Getränkemarkts Löschbar im Selmer Industriegebiet sieht seit Jahresanfang ziemlich verlassen aus. Was ist los mit der Löschbar? Geschäftsführer Oliver Smolka gibt die Antwort.

Selm

, 13.01.2020, 21:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Rolläden sind heruntergezogen, die Schaukästen, wo sonst die Angebote der Löschbar stehen, sind komplett leer. Ein Schild, was bei dem Selmer Getränkeladen los ist, fehlt aber.

Auch online referiert Google noch brav die Öffnungszeiten des Geschäfts. „Seit 2008 sind wir hier im Industriegebiet von Selm als kleiner Getränkeabholmarkt mit gerade mal ca. 450 qm großen Verkaufsfläche ansässig“, verkündet die Homepage. Doch ist der Laden geschlossen? Davon steht dort nichts.

Seit dem 1. Januar ist die Löschbar geschlossen

Die Antwort kann Geschäftsführer Oliver Smolka liefern: „Wir haben seit dem 1. Januar geschlossen“, sagt er. Er gebe zu, dass man die Schließung überhaupt nicht kommuniziert habe. „Wir haben uns binnen von zwei Wochen dazu entschieden“, sagt Smolka.

Jetzt lesen

Die Firma des Kaufmanns, also die Löschbar GmbH, bleibe weiterhin bestehen. Smolka will mit einem weiteren Mitarbeiter weiterhin die Getränkelieferung von Großkunden übernehmen, wie er sagt.

Die bisherigen Angebote für Privatkunden, also der Getränkeverkauf, das Leihen von Equipment für Veranstaltungen und auch die Getränkelieferung wird es nicht mehr geben. CO2-Gasflaschen mit verschiedenen Füllungen, wie sie bisher angeboten wurden, können jetzt bei der benachbarten KFZ-Werkstatt am Knappenweg 1 erworben werden. Zuletzt hätten in dem Unternehmen fünf Mitarbeiter gearbeitet.

Verschiedene Gründe für das Aus

Und nun der Rückzug. An der Konkurrenzsituation liege es nicht, so Smolka. „Wir hatten genug zu tun“, sagt der 52-jährige Oliver Smolka. Gründe für die Schließung gab es verschiedene.

Zum einen gebe es seit dem 1. Januar zusätzliche Auflagen vom Finanzamt. Zum Beispiel in Sachen Datenschutz bei Kommissionsservicen. „Das ist zu viel Bürokratie“, sagt Smolka. An der neuen Bonpflicht liege es jedenfalls nicht, so der Kaufmann. „Die kommen bei uns schon seit zehn Jahren automatisch raus“, sagt er.

Zum anderen komme aber neben den bürokratischen Herausforderungen hinzu, dass er sich zurückziehen wolle, weg von den Tagen, die oftmals zwölf Stunden lang gewesen seien. „Ich habe seit zehn Jahren keinen Urlaub mehr gemacht.“ Nun stehe der lang ersehnte Urlaub aber an. „Ich bin es noch gar nicht gewöhnt, so viel Zeit zu haben“, sagt Smolka.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt