Gibt es doch eine Chance auf baldigen Beginn der Sanierung des Cappenberger Damms?

mlzCappenberger Damm

Der Cappenberger Damm: eine wichtige Verbindung von Norden nach Süden. Eine Straße, deren Zustand, gelinde gesagt, katastrophal ist. Der Sanierungsbeginn verzögert sich. Wie lange?

Cappenberg

, 19.09.2019, 16:44 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich sollten die Arbeiten zur Sanierung der Landesstraße L 810 (Cappenberger Damm) schon seit dem 12. September laufen. Das sieht der Vertrag zwischen dem Auftraggeber der Sanierung - dem Landesbetrieb Straßen NRW - und der ausführenden Firma vor. Die Firma hatte dem Auftraggeber jedoch das Datum Montag, 16. September, als Baubeginn angegeben.

Doch nun wird sich der Baubeginn noch weiter verzögern. Im schlimmsten Fall bis Ende September. Die Firma bemühe sich jedoch, mit der Vollsperrung des Cappenberger Damms ab Mittwoch, 25. September, zu beginnen, sagt Christian Kahlau vom Landesbetrieb Straßen NRW, Regionalniederlassung Münsterland, Abteilung Bau.

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Straßen NRW prüft rechtliche Schritte

In einer E-Mail von Straßen NRW, die die Redaktion erreicht hat, heißt es: „Da vertraglich festgeschrieben ist, dass die Baufirma spätestens am 12.09. (...) mit den Arbeiten zu beginnen hat, wird zurzeit geprüft, in wie weit man mit rechtlichen Schritten doch noch einen früheren Baubeginn erzwingen kann.“

Warum sich der Baubeginn überhaupt verzögert, erklärt Christian Kahlau vom Landesbetrieb Straßen NRW, Regionalniederlassung Münsterland, gegenüber der Redaktion so: „Die Firma hat Kapazitätsprobleme, das für die Einrichtung der Vollsperrung und Umleitung beauftragte Verkehrssicherungsunternehmen kann voraussichtlich erst ab dem 27. September mit dem Aufbau der Verkehrssicherung beginnen, die Fräsmaschine ist nicht vor dem 30. September verfügbar.“

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Welche rechtlichen Schritte hat Straßen NRW eigentlich grundsätzlich in der Hand? Christian Kahlau von Straßen NRW beantwortet diese Frage so: „Vertragsstrafen streben wir selten bis nie an. Höchstens wenn es um Autobahnen geht. Da kann ein Tag Verzögerung schon mal finanzielle Auswirkungen im fünfstelligen Bereich bedeuten.“

Stattdessen setzt Straßen NRW eher auf das Gespräch, um einen möglichst baldigen Baubeginn hinzubekommen. Laut Christian Kahlau habe der bei Straßen NRW zuständige Abteilungsleiter im Telefongespräch mit dem Chef der Baufirma auf die Dringlichkeit des Baubeginns hingewiesen. Ein Ergebnis dieses Gesprächs ist laut Kahlau: „Die Firma hat erklärt, mit dem ersten Bauabschnitt bis zu den Herbstferien fertig zu sein.“ Die NRW-Herbstferien fangen am 14. Oktober an.

Möglicher Konflikt mit anderer Baustelle?

Was passiert aber, wenn die Baufirma bis dahin im ersten Bauabschnitt zwischen der Einmündung Werner Straße und der Straße Am Kohuesholz doch nicht fertig wird? Dann stünde ein möglicher Konflikt der Bauarbeiten auf dem Cappenberger Damm mit einer angekündigten Baustelle der Stadt Selm im Raum. Konkret: mit der Sperrung der Kreisstraße (B 236).

Bürgerversammlung am 24. September In den Herbstferien wird die Fahrbahn auf einem Teilstück der Kreisstraße zwischen Selm und Bork erneuert. Das teilt die Selmer Stadtverwaltung mit. Dazu wird der Abschnitt voll gesperrt und eine Umleitung eingerichtet. Darüber informiert die Stadt Selm bei einer Bürgerversammlung am Dienstag, 24. September, ab 17 Uhr im Bürgerhaus.

Die Straße soll ab dem Kreisverkehr Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall in Richtung Bork saniert und währenddessen voll gesperrt werden. „Die Umleitung wird laut der Stadt Selm zwar über die Netteberger Straße geführt, aber es wäre trotzdem für den Verkehr nicht gut, wenn der Cappenberger Damm dann noch nicht befahrbar ist“, sagt Christian Kahlau.

Sollte das tatsächlich der Fall sein, werde Straßen NRW eine Notmaßnahme ergreifen. Christian Kahlau: „Dann werden wir den Verkehr über den Cappenberger Damm laufen lassen, auch wenn die Sanierung noch nicht abgeschlossen ist. Und zwar über die eingebaute Asphalttragschicht, eventuell mit Tempo 30.“

Gravierende Auswirkungen der Verzögerung der Sanierung des Cappenberger Damms auf die weiteren Bauabschnitte erwartet Christian Kahlau übrigens nicht. „Noch mache ich mir keine Sorgen.“

Stadt gibt keine Stellungnahme ab

Was sagt eigentlich die Stadt Selm zur zeitlichen Verzögerung? Auf Anfrage der Redaktion bei Stadtsprecher Malte Woesmann gibt es von ihm diese Antwort: „Wir werden (...) dazu nicht Stellung nehmen, da es nicht unsere Baustelle ist.“

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