Grabschmuck abgeräumt - Verwaltung entschuldigt sich

Betroffene verärgert

Einige Selmer, die am Dienstag auf dem Selmer Friedhof das Feld für Rasenreihengräber mit Gedenkplatte besuchten, waren schockiert. Die Verwaltung hatte allen Grabschmuck abgeräumt, obwohl der dort laut Friedhofssatzung bis 15. März erlaubt ist. Die Verantwortlichen entschuldigten sich.

SELM

von Von Matthias Münch

, 17.03.2011, 12:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Steckvase wollte er nun abholen, weil Grabschmuck auf diesem Feld laut Friedhofssatzung nur vom 31. Oktober bis 15. März zugelassen ist. Robert Lück glaubte, dass es ausreicht, wenn er seine Blumenvase am 16. März morgens vom Grab nimmt. Doch da war sie schon weg, zusammen mit etlichen anderen Vasen, Lampen und Schalen.All dieser Grabschmuck war sorgsam auf einem kleinen Rasenstück an die Seite gestellt worden. Gestecke und Blumensträuße, die nicht in Vasen steckten, waren verschwunden. „Die Friedhofsverwaltung muss das entweder schon einen Tag früher oder in einer Nacht- und Nebelaktion abgeräumt haben“, sagt Robert Lück und ist sichtlich betroffen.

In der Tat war die Friedhofsverwaltung bereits am frühen Morgen des 15. März aktiv geworden. Denn auch andere Selmer, die schon am Dienstagvormittag, also einen Tag vor Robert Lück, zu dem Feld der Rasenreihengräber kamen, fanden es leer vor. Lothar Unrast räumt ein, dass hier zu schnell gehandelt wurde. Der stellvertretende Vorstand der Stadtbetriebe Selm, zu denen die Friedhofsverwaltung gehört, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass sich weitere Bürger deswegen beschwert haben. Unrast weiß, dass es sich beim Friedhof um ein sehr sensibles Thema handelt, mit dem man pietätvoll umgehen muss. Deshalb bittet er im Namen der Stadtbetriebe und der Friedhofsverwaltung um Entschuldigung und betont: „Sollte bei der Abräumaktion etwas kaputt gegangen sein, dann werden wir den Schaden selbstverständlich ersetzen.“

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