Gutachter: Beschädigungen an der Café-Tür stammen nicht von Einbruchversuch

Waffelino-Prozess

Im Prozess um den Waffelino-Brand hat sich ein Gutachter festgelegt: Die Beschädigungen an der Tür des Cafés sind nicht von Einbrechern verursacht worden.

19.02.2019, 14:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Angeklagte Hamza K. bestreitet, den Brand gelegt zu haben.

Der Angeklagte Hamza K. bestreitet, den Brand gelegt zu haben. © Martin von Braunschweig

Die Polizei hatte nach dem Feuer im Sommer 2017 ein Sachverständigenbüro mit der Untersuchung der Café-Tür beauftragt. Die Ergebnisse der Untersuchungen könnten eindeutiger nicht sein. Zwar wiesen sowohl die Tür als auch die Zarge massive Beschädigungen auf, die von Werkzeugen stammen könnten. Sämtliche Macken, Kratzer und Verformungen wurden jedoch angebracht, als die Tür offen stand.

Falsche Biegerichtung

"Die beschädigte Stelle ist bei geschlossener Tür nicht erreichbar", heißt es an einer Stelle in dem Untersuchungsbericht der Gutachter. Andere Deformationen könnten ebenfalls nicht von einem Ein- oder Aufbruchversuch stammen, weil die Biegerichtung nicht stimme.

Damit liegt die Vermutung nahe, dass der Brandstifter die Tür nachträglich beschädigt hat, um einen Einbruch vorzutäuschen. Der Angeklagte Hamza K. streitet allerdings überhaupt nicht ab, dass die Tür des Waffelino beschädigt war. Im Gegenteil: Vom ersten Prozesstag gibt er an, dass sich die Eingangstür schon vor dem Brand nicht mehr schließen ließ. Er habe davon jedoch bei seinen ersten Vernehmungen durch die Polizei nichts erwähnt, weil er Angst gehabt habe, dass sonst die Feuerversicherung nicht für den Schaden aufkommen werde.

Zeuge bestätigt: Tür war kaputt

Auch ein Zeuge hatte schon frühzeitig in dem Prozess erklärt, er habe gesehen, dass die Tür defekt war. Einige Stunden vor dem Feuer habe er deshalb Hamza K. kontaktiert und ihm davon berichtet.

Unterdessen versuchen die Richter am Dortmunder Schwurgericht noch immer, die Schwester des Angeklagten als Zeugin vernehmen zu können. Die Frau hat jedoch erklärt, sie sei krank und könne deshalb nicht ins Gericht kommen. Möglicherweise soll sie jetzt auch noch von einem Amtsarzt untersucht werden.

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