Haftbefehl gegen Vater aus Lünen erlassen

Kind nach Selm entführt

Zum Familiendrama, das sich am Donnerstag in Lünen abgespielt hat, gibt es neue Erkenntnisse. Ein 31-jähriger Lüner hat den neuen Lebensgefährten seiner Ehefrau mit einem Messer verletzt und das Kind, das er gemeinsam mit seiner Frau hat, entführt. Am Freitag wurden Details zum Fall bekannt, der am Donnerstag von der Polizei glimpflich beendet werden konnte.

LÜNEN/SELM

, 12.03.2015, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Ein Vater hat in Lünen seinen Sohn entführt und dabei den neuen Lebenspartner seiner Frau verletzt. Er wurde in der Wilhelm-Meier-Straße festgenommen.

Ein Vater hat in Lünen seinen Sohn entführt und dabei den neuen Lebenspartner seiner Frau verletzt. Er wurde in der Wilhelm-Meier-Straße festgenommen.

Update Freitag 15:30 Uhr:

Wie Henner Kruse von der Staatsanwaltschaft Dortmund am Freitag bestätigte, hatte der Beschuldigte - noch bevor er die Tür der Wohnung seiner getrennt lebenden Frau eingetreten hatte - alle vier Reifen des Mannes zerstochen, der mit seiner Frau in der Wohnung war – den hat der Lüner für den neuen Lebensgefährten seiner Frau gehalten.

Diesen Mann, einen 24-Jährigen aus Gelsenkirchen, wollte der Lüner auch sehen, nachdem er die Tür zur Wohnung seiner Frau eingetreten hatte. Er fand ihn schließlich eingeschlossen im Bad, trat auch diese Tür ein und griff ihn schließlich mit dem Messer an. „Der Mann aus Gelsenkirchen wurde dabei nur ganz leicht verletzt“, sagt Kruse, er habe sich gewehrt, die Arme des Angreifers ergriffen, im Gerangel brach schließlich auch die Klinge des Messers ab.

Nach der Flucht mit dem entführten dreijährigen Sohn wurde der Lüner schließlich in seinem Auto sitzend an der Wilhelm-Meier-Straße festgenommen – die Einsatzkräfte hatten ihn zu diesem Zeitpunkt schon länger beobachtet

Der Lüner wurde am Freitagmittag dem Haftrichter vorgeführt, der hat  Haftbefehl wegen versuchten Totschlags, Körperverletzung und Sachbeschädigung erlassen.

Unsere Berichterstattung vom Donnerstag:

Das Drama begann am frühen Morgen, als der 31-Jährige die Wohnung seiner Ehefrau an der Blücherstraße aufsuchte. Das Paar lebt getrennt. Der 31-Jährige trat die Wohnungstür ein. Dann, so berichtet es die Dortmunder Polizei, stach er mit einem Messer auf den neuen Freund der 29-Jährigen ein. Der 24 Jahre alte Gelsenkirchener wurde dabei leicht verletzt.

Abschließend flüchtete der Mann mit seinem kleinen Sohn - dem gemeinsamen Kind mit seiner Ehefrau. Auch, weil er am Telefon damit drohte, das Kind und sich selbst umbringen zu wollen, wurde eine "intensive und kräftezehrende" Fahndung eingeleitet, teilte die Polizei mit. Aufgrund der besonders brisanten Situation wurden alle verfügbaren Beamten am Einsatz beteiligt, über die genaue Zahl schweigt die Polizei jedoch. Fest steht, dass auch im benachbarten Selm nach dem Kleinkind und seinem Vater gesucht wurde. Dort war zwischenzeitlich das Handy des Mannes geortet worden.

Festnahme in Lünen

Die Festnahme des 31-Jährigen erfolgte schließlich am Mittag in der Wilhelm-Meier-Straße in Lünen, einer Seitenstraße der Blücherstraße. Laut Staatsanwaltschaft Dortmund fand der Zugriff nicht in einer Wohnung statt. Wo genau, war zunächst unklar. Der Mann leistete keinen Widerstand, so die Polizei. Das Kind hatte der mutmaßliche Täter Bekannten in Selm zur Betreuung überlassen. Die Polizeibeamten konnten es wohlbehalten in die Obhut seiner Mutter übergeben.

Zum Motiv für die Tat sagte die Staatsanwaltschaft, dass der 31-jährige Vater sich für den besseren Erzieher gehalten habe.

Jetzt wird gegen den Mann, der sich in Untersuchungshaft befindet, unter anderem wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung, Entziehung Minderjähriger, Bedrohung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruchs ermittelt. 

 

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