Die Skateanlage in Olfen ist seit Wochen gesperrt. Mittlerweile hat die Stadt zusätzlich Bauzäune aufstellen lassen, um eine Nutzung möglichst zu unterbinden. © Patrick Fleckmann
Bußgeld

Hausfriedensbruch: Skater müssen in Olfen mit Konsequenzen rechnen

Das Thema Skateanlage erhitzt weiter die Gemüter. In sozialen Netzwerken gibt es viel Kritik für die Sperrung. Aber die Stadt Olfen sieht aktuell keine Öffnungschance. Das sind die Gründe.

Am Sonntag (9.) haben sich offensichtlich mehrere Personen Zutritt zur Skateanlage in der Steveraue verschafft. Dazu mussten sie einen rund zwei Meter hohen Bauzaun überwinden. Polizei und Ordnungsamt waren zwar nicht vor Ort, allerdings gibt es Augenzeugen für die nicht erlaubte Nutzung der Anlage. Überraschend kommt die Nutzung nicht, denn in sozialen Medien äußern mehrere User ihr Unverständnis über die Sperrung.

„Die Leute haben eine falsche Vorstellung“, sagt Fachbereichsleiter Thorsten Cornels. Dass der Kreis Coesfeld ein Modellprojekt sei, bedeute nicht gleichzeitig eine grundsätzliche Öffnung beispielsweise aller Sportanlagen. „Auch hier gibt es eng begrenzte Projekte.“ Die Skateanlage gehöre nicht dazu. Cornels begründet das so: Die Stadtverwaltung befürchtet ein Hase-und-Igel-Spiel, „das keinem Spaß macht.“

Aus Sicht des Fachbereichsleiters könne die Verwaltung nicht durchgehend Abstände und andere Vorgaben der Coronaschutzverordnung kontrollieren. Deshalb sei aktuell eine Öffnung auch nicht vorgesehen. Wie lange der aktuelle Stand Gültigkeit behalte, kann die Verwaltung nicht sagen. Für die nächsten Tage sei eine neue Coronaschutzverordnung angekündigt. Noch stehe nicht fest, welche Vorgaben sie für die verschiedensten Sportanlagen macht.

In der Pandemie hat es allerdings schon wiederholt öffentliche Diskussionen über die Skateanlage zwischen Friedhof und Steveraue gegeben. Hier hat die Stadt auch ersten Ahndungen ausgesprochen – inklusive Bußgeld. Konnten seinerzeit die Jugendlichen die Strafe noch auf dem städtischen Bauhof abarbeiten, hat sich die Situation mittlerweile geändert. „Wir schicken die Bußgeldbescheide heraus“, sagt Cornels und ordnet die Situation ein.

Schlechte Erfahrungen: Besucher hielten Vorschriften nicht ein

„Wer die aktuell gesperrte Skateanlage betritt, begeht Hausfriedensbruch.“ Menschlich sei es durchaus verständlich, dass die Menschen ihrem Hobby nachgehen wollen. „Aber bei gutem Wetter werden sie sich nicht an Abstände und andere Vorschriften halten“, sagt Cornels und erinnert an Verstöße vor etlichen Wochen. „Wir haben einen Öffnungsversuch gestartet.“ Leider sei er nicht erfolgreich gewesen.

Mittlerweile ist die weit über die Grenzen Olfens hinaus bekannte und offensichtlich beliebte Anlage seit Wochen gesperrt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht genutzt wird. Die Stadt, so der Fachbereichsleiter, habe aber in den vergangenen Wochen festgestellt, dass die Vorgaben bei den meisten Olfenern angekommen sind. Vornehmlich Auswärtige würden die Sperrung ignorieren. Ob Auswärtige oder Olfener: Wenn die Stadt, die hier immer wieder vor Ort ist, Nutzer erwischt, ist ein Bußgeld fällig.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer
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