Hecken, Bäume und Zäune: Was darf ich in meinem eigenen Garten und was ist verboten?

mlzPrivate Grünpflege

Wie hoch darf ein Zaun eigentlich sein? Und gibt es Bußgelder für ungepflegte Hecken? Wir haben bei der Stadt Selm nachgefragt, was bei der privaten Gartenpflege alles zu beachten ist.

Selm

, 10.09.2019, 11:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unkraut auf den Gehwegen oder eine wild wuchernde Hecke, die die Sicht auf die Straße erschwert, sind für viele Bürger ein Ärgernis. Wir haben bei der Stadt nachgefragt, wofür die Stadt und wofür Anwohner zuständig sind und was bei der Anschaffung und Pflege von Hecken, Bäumen und Zäunen zu beachten ist.

? Gibt es Regeln, die beim Anpflanzen von Hecken beachtet werden müssen?

Nicht jede Art von Hecke darf einfach so gepflanzt werden. „Einschränkungen sind möglich über die entsprechenden Bebauungspläne“, erklärt Malte Woesmann. In der Regel seien heimische Gehölze vorgeschrieben.

? Muss die Stadt über neue Hecken, Zäune oder Bäume auf meinem Grundstück in Kenntnis gesetzt werden?

Die Anschaffung eines Zauns oder einer Hecke muss nicht der Stadt gemeldet werden, so Selms Stadtsprecher. Für Bäume gelte dies ebenfalls.

? Wie hoch dürfen Hecken und Zäune sein?

Die erlaubte Höhe einer Hecke hängt vom Abstand zur Grundstücksgrenze ab. Beträgt der Abstand einen Meter oder mehr, kann die Hecke über zwei Meter hoch wachsen.

Hecken, Bäume und Zäune: Was darf ich in meinem eigenen Garten und was ist verboten?

Während Anwohner für Gehwege, die an ihr Grundstück grenzen, zuständig sind, müssen sie sich nicht um Grünflächen davor kümmern. © Pascal Albert

Mehr als zwei Meter sind allerdings nicht erlaubt, wenn der Abstand der Hecke zur Grenze nur einen halben Meter beträgt, heißt es im Nachbarrechtsgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen. Zäune dürfen generell nur maximal zwei Meter hoch sein, teilt Malte Woesmann mit.

? Müssen Bäume einen bestimmten Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten?

Während Hecken und Zäune einen gewissen Abstand zur Grundstücksgrenze einhalten müssen, gilt das für Bäume nicht ganz. „Sollte die Sicht nicht behindert sein oder Gefahr von Ästen ausgehen, darf ein Baum auch leicht in den öffentlichen Raum hineinragen“, erklärt der Selmer Stadtsprecher.

? Gibt es an Straßenecken besondere Vorgaben, um die Sicht auf den Verkehr nicht einzuschränken?

Sowohl Zäune als auch Hecken können für Autofahrer schnell zum Problem werden, wenn sie den Blick auf die Straße oder einen Rad- oder Fußgängerweg versperren.

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„Die Sicht muss gewährleistet sein“, stellt Woesmann klar. Unter anderem das Ordnungsamt kontrolliere solche Fälle und gehe auch Hinweisen aus der Bevölkerung nach.

? Wer ist für die Pflege von öffentlichen Wegen zuständig?

Für die Reinigung und Winterwartung von Gehwegen sind Anlieger selbst zuständig, teilt Stadtsprecher Malte Woesmann mit. Für die Grünflächen zwischen Straße und Gehweg sind hingegen wieder die Stadtwerke zuständig. Dies ist auch im Ortsrecht der Stadt Selm so festgehalten.

? Bekomme ich ein Bußgeld für nicht ausreichend gepflegte Gehwege oder Hecken?

Anwohner, die sich nicht um die Gehwege an ihrem Grundstück oder um ihre Hecke kümmern, könnten theoretisch eine Strafe zahlen müssen, haben jedoch meist kein Verwarngeld zu befürchten. „Bußgelder werden selten bis gar nicht ausgesprochen“, erklärt Woesmann. Meist reiche es, dass die Stadt den Grundstückseigentümer bitte, sich um die Grünpflege zu kümmern.

? Darf ich meine Hecke zu jeder Jahreszeit schneiden?

Wer keine Lust mehr auf seine Hecke oder seine Bäume im Garten hat, kann diese nicht zu jeder Jahreszeit entfernen. Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist das verboten. Zulässig sind aber „schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen“, heißt es im Bundesnaturschutzgesetz.

? Warum sehen viele den Wechsel von einer Hecke zu einem Zaun kritisch?

Hecken „sind ökologisch höchst wertvoll“, erklärte Birgit Königs vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) im Zusammenhang mit einem ungepflegten Grünstreifen an einer Grundstücksgrenze, über den sich eine Selmerin beschwert hatte.

„Wir plädieren seit Jahren, Gärten naturnah zu halten“, sagte sie. Denn für kleinere Tiere, aber auch für Insekten seien Hecken wichtige Lebensräume, da sie ihnen nicht nur Nahrung bieten können, sondern auch einen Raum, der sie vor Räubern schützt.

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