Heimatverein entdeckt historische Dokumente

Hof Schwenken

SELM Welche historischen Schätze sich in den Schränken des Heimatvereins verbergen, hätten wohl nur die wenigsten vermutet. Beim Sichten der alten Akten ist dem Heimatverein auch eine über den Hof Schwenken in die Hände gefallen. Hobbyhistoriker Berthold Ostrop hat sich mit der Akte auseinander gesetzt.

von Von Malte Woesmann

, 16.11.2009, 18:29 Uhr / Lesedauer: 1 min

Was sich heute einfach anhört, war um 1800 nicht so leicht. Die Höfe gehörten zu Kirchengemeinden oder waren Grafen unterstellt. So auch der Hof Schwenken. Daher verklagte Graf Gourcy den Bauern Schwenken wegen der Entnahme der Bäume. Da Holz damals eine große Bedeutung sowohl zum Bauen als auch zum Heizen hatte, stellten die Bäume einen großen Wert dar. Gerichtsprozess wegen Neuaufbau Über drei Jahre, von 1808 bis 1811, zog sich der Prozess. "Letztendlich hat das Gericht in Minden entschieden", erklärt Ostrop. Der Ausgang war für Johann-Henrich Schwenken erfolgreich, von höchster Stelle wurde ihm beschieden, dass er die Bäume fällen und für den Neuaufbau des Hofes nutzen durfte.

Was er zu Tage förderte, ist ein Protokoll des Zeitgeistes der Vergangenheit. Graf verklagt armen Bauern, so lässt es sich in einfach Worte fassen. Was war passiert? Johann-Henrich Schwenken, Ur-Ur-Ur-Urgroßvater von Ludger Schwenken, hatte 50 Eichen zum Neuaufbau des Hofes auf seinem Land gefällt. Nach einem Blitzschlag war der alte Hof abgebrannt. Johann-Henrich Schwenken musste ein neues Heim für die Familie bauen.

Was sich heute einfach anhört, war um 1800 nicht so leicht. Die Höfe gehörten zu Kirchengemeinden oder waren Grafen unterstellt. So auch der Hof Schwenken. Daher verklagte Graf Gourcy den Bauern Schwenken wegen der Entnahme der Bäume. Da Holz damals eine große Bedeutung sowohl zum Bauen als auch zum Heizen hatte, stellten die Bäume einen großen Wert dar. Gerichtsprozess wegen Neuaufbau Über drei Jahre, von 1808 bis 1811, zog sich der Prozess. "Letztendlich hat das Gericht in Minden entschieden", erklärt Ostrop. Der Ausgang war für Johann-Henrich Schwenken erfolgreich, von höchster Stelle wurde ihm beschieden, dass er die Bäume fällen und für den Neuaufbau des Hofes nutzen durfte.

Doch nicht nur die alten Gerichtsakten zog Ostrop für seine Recherchen herbei. Auch im Staatsarchiv in Münster wurde er fündig. Herausgekommen ist ein kleines Werk, die Geschichte des Hofes. "Ich habe mich schon seit Jahren für die Geschichte unseres Hofes interessiert", sagt Ludger Schwenken. Dass der Hof wesentlich älter ist, als angenommen, bestärkt ihn nun noch mehr, weiter in der Ahnengalerie zu forschen. Mal sehen, ob weitere Schätze auftauchen.

 

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