Heiraten im kleinen Kreis: Durch neue Coronaregeln müssen Paare umplanen

mlzHochzeit

Im Sommer entspannte sich die Corona-Situation etwas. Paare mussten „Geisterhochzeiten“ ohne Gäste mehr feiern. Wie viele Paare trauen sich in der aktuellen Corona-Situation in Selm?

Selm

, 17.10.2020, 10:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hochzeiten mit vielen Gästen sind nach der aktuellen Coronaschutzverordnung nicht mehr möglich - zumindest nicht im öffentlichen Raum. Auch im privaten Raum wird „dringend empfohlen“ nicht mehr als 23 Personen einzuladen. In Zeiten des Lockdowns waren ausschließlich „Geisterhochzeiten“ ohne Gäste erlaubt. Während der Pandemie heirateten weniger Paare als im vergangenen Jahr, berichtet Stadtpressesprecher Norbert Zolda. Gerade nun zum Jahresende sähe es eher mau im Terminplan der Standesbeamten aus.

Während es 2019 bis Mitte Oktober 150 Trauungen waren, sind es in diesem Jahr

bis Mitte Oktober 111 Trauungen. Allein im Oktober heirateten im vergangenen Jahr 17 Paare, in diesem Jahr waren es Corona zum Trotz 15. Ein Grund dafür: Der 10.10.2020 war ein besonderes Datum, an dem sich in Selm sieben Paare das Ja-Wort gegeben haben.

Wenig Absagen, aber auch wenige neue Anmeldungen

Aktuell gäbe es nicht viele Absagen, die Paare warten allerdings die Corona-Situation ab. Der Run auf Dezember-Termine, der sonst jährlich eingesetzt hat, sei bisher gar nicht zu spüren. Zurückhaltung ist nun angesagt. Für die kommenden Wochen bis zum Jahresende sind bisher nur sechs Trauungen geplant, für das nächste Jahr gibt es bisher nur 27 Vormerkungen.

„Die meisten Paare sind sehr verantwortungsbewusst ihren Gästen gegenüber, es gab aber auch nicht verabredeten Gästeandrang. Dann mussten die Freunde und Verwandten draußen vor der Tür warten“, so Zolda zur Situation und fügt hinzu: „Einige Paare sind schon traurig, diese hatten weiter auf die Lockerungen aus dem Sommer gehofft. Allerdings hatten die meisten auch die aktuelle Situation im Blick und konnten rechtzeitig ihre Gäste wieder ausladen, um die Lage auch privat nicht eskalieren zu lassen.“

Die neuen Regeln im Überblick (vorerst gültig bis zum 31.10.)

  • Nach § 15a Abs. 3 Satz 2 CoronaSchVO gilt, dass an Festen (Veranstaltungen mit vornehmlich geselligem Charakter) aus einem herausragenden Anlass höchstens 25 Personen teilnehmen dürfen, es sei denn die Veranstaltung findet in einer Wohnung statt oder die zuständige örtliche Ordnungsbehörde lässt auf Basis eines besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes eine Ausnahme zu.
  • Sofern vom Veranstalter/von der Veranstalterin ein Fest mit zeitgleich mehr als 25 bis maximal 50 erwarteten Personen beabsichtigt ist, ist dieses vom Veranstalter bei der jeweils zuständigen örtlichen Ordnungsbehörde mindestens drei Tage vorher anzumelden.
  • Dem Antrag auf Ausnahme ist ein besonderes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept beizufügen, welches mindestens folgende Angaben enthalten muss: Maßnahmen zur ausreichenden Belüftung geschlossener Räume, Maßnahmen zur Einhaltung des Mindestabstandes von mindestens 1,5 Metern, besondere Infektionshygiene durch angepasste Reinigungsintervalle, Angaben über ausreichende Handdesinfektionsgelegenheiten, Informationstafeln zum infektionsschutzgerechten Verhalten, organisatorische Maßnahmen und Verantwortlichkeiten. Mit der Anmeldung ist gleichzeitig eine Liste der erwarteten Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzureichen, die mindestens folgende Angaben enthält: Name der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Anschrift und Telefonnummer.
  • Für den Fall, dass der Genehmigungsantrag nicht oder nicht rechtzeitig oder nicht vollständig in der unter Nr. 1 genannten Frist vorgelegt und die Veranstaltung trotzdem durchgeführt wird, droht der Veranstalterin bzw. dem Veranstalter eine Geldbuße von 2.500,00 Euro.

Beim Gipfel mit Kanzlerin Merkel und den Ministern wurde beschlossen, dass die 25-Personen-Regel auf 10 Personen herabgesetzt wird, wenn der Inzidenzwert die 50 überschreitet. Allerdings gelten diese Regeln noch nicht sofort: Sie müssen erst vom Land NRW festgeschrieben werden. Bislang gilt also die 25-Personen-Regel.

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