Die neue Rettungswache in Selm ist über den Planungsstatus noch nicht hinaus. Die Stadt will jetzt selbst bauen - der Rat der Stadt Selm muss das aber erst noch beschließen. © Richter
Rettungswache

HEM und KFC bekommen Nachbarin in Selm: die neue Rettungswache kommt

Neben HEM-Tankstelle und Schnellimbiss KFC soll ein überlebenswichtiger Neubau entstehen: die Rettungswache. Bis sie fertig sein wird, können die Selmerinnen und Selmer aber nicht warten.

Wer einen Rettungswagen ruft, braucht zurzeit eine stabile Konstitution und gute Nerven. Denn innerhalb der vorgeschriebenen acht Minuten schaffen es die Rettungssanitäter nur selten.

In gerade einmal 42 Prozent der Fälle erreicht die überlebenswichtige Hilfe den Patienten innerhalb der sogenannten Hilfsfrist. Kreisweit liegt der Wert zwar auch nicht bei 100 Prozent, aber immerhin bei 72. Selm muss dringend nachbessern – und das schneller als zunächst geplant.

Das ist nicht neu. Schon über einige Jahre ziehen sich die Pläne für den Bau einer neuen Rettungswache – ursprünglich in Bork auf dem Gelände neben der aktuellen Wache und der Feuerwehr. Ende 2019 fiel aber die Entscheidung für einen anderen Standort: in Selm am Kreisel Kreisstraße/Umgehungsstraße, direkt neben der gerade eröffneten HEM-Tankstelle und dem künftigen Schnellimbiss Kentucky Fried Chicken.

Wie der Neubau aussehen wird, haben die Volksbank Selm-Bork als Investorin und das von ihr beauftragte Planungsbüro Neesen den Mitgliedern des Ausschusses für Städtebau und des Umweltausschusses vorgestellt.

Die HEM-Tankstelle ist inzwischen fertig. Rechts neben ihr entsteht der KFC. Auf der freien Fläche ganz rechts entsteht die Rettungswache. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Zweigeschossiger Bau in Rot und Grau

Ein zweigeschossiger Zweckbau mit grau-roter Putzfassade mit KFZ-Halle ist auf den Entwurfsskizzen des Architekten Frank Krockhaus zu sehen. „Das Gelände dort ist über den Kreisverkehr optimal anzufahren“, sagte Wolf Richter vom Planungsbüro. Die meisten Fahrzeuge führen in Richtung Selm. Frühestens im Kreisel würden die Signaltöne eingeschaltet: „Das bedeutet keinerlei akustische Mehrbelastung“, versicherte Baudezernent Stefan Schwager.

Im Ober-Geschoss befinden sich Büros, Schulungsräume und – besonders wichtig für die Rettungskräfte im Rund-um-die-Uhr-Dienst – sechs Schlafräume. Unten sind drei feste Stellplätze für Einsatzfahrzeuge sowie ein Zusatzplatz. Tatsächlich seien so viele Plätze zurzeit noch nicht nötig. Aber es sei sinnvoll, bei einem Neubau zusätzliche Kapazitäten für die mittelfristige Entwicklung vorzuhalten.

Zwei Fahrzeuge rund um die Uhr

Zurzeit ist nur ein Fahrzeug rund um die Uhr in Bork stationiert und ein zweites von 7 bis 19 Uhr: also unterm Strich eineinhalb Rettungsfahrzeuge – zu wenig, wie der Kreis Unna inzwischen befunden hat. Selm braucht zwei Fahrzeuge rund um die Uhr – und das nicht erst dann, wenn die neue Rettungswache fertig sein wird.

Um die „dramatisch schlechten Eingriffszeiten“ zu verbessern, brauche Selm ein Provisorium, sagte Baudezernent Stefan Schwager: eine Übergangslösung, bis der Neubau in etwa eineinhalb Jahren fertig sein wird. Die Gespräche über eine geeignete Örtlichkeit in Selm seien „bereits auf einem guten Weg“. Auch am Dienstag (29. 9.) konnte Schwager noch nicht öffentlich machen, wo ab wann die Rettungswagen stehen werden.

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Leiterin des Medienhauses Lünen Wer die Welt begreifen will, muss vor der Haustür anfangen. Darum liebe ich Lokaljournalismus. Ich freue mich jeden Tag über neue Geschichten, neue Begegnungen, neue Debatten – und neue Aha-Effekte für Sie und für mich. Und ich freue mich über Themenvorschläge für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen.
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