Herbert Knebel hatte am 28. März wieder einmal den Weg nach Selm gefunden

Herbert Knebel

Viele Besucher wollten die Geschichten des umtriebige Rentners über Eheleben, Gesundheitsbeschwerden, Samenspenden und vieles mehr hören. So kam das Programm „Im Liegen geht‘s“ in Selm an.

Selm

, 29.03.2019, 14:50 Uhr / Lesedauer: 3 min
Herbert Knebel und Ozzi Ostermann können auch gemeinsam Musik machen.

Herbert Knebel und Ozzi Ostermann können auch gemeinsam Musik machen. © Antje Pflips

Herbert Knebel, alias Uwe Lyko, der umtriebige Rentner aus Essen-Altenessen, hat wieder einmal den Weg nach Selm ins Bürgerhaus gefunden. Und viele Besucher wollten seine Geschichten über Eheleben, Gesundheitsbeschwerden, Samenspenden, Fahrlehrereigenschaften und vieles mehr hören.

Mit dabei war sein Gitarrist Ozzy Ostermann, alias Georg Göbel-Jakobi, der einmal mehr bewies, dass er ein hervorragender Musiker ist, der geniale Töne aus seiner Gitarre hervorbringt. Was keiner hinter der schlecht sitzenden Perücke, wildem Musterhemd und Gesundheitsschlappen vermuten würde. Doch hat er seine Fans.

Piefiges Bühnenwohnzimmer

„Ich finde den Ozzi am besten, obwohl der so bescheuert aussieht“, sagte Romy Schomaker.

Knebel und Ozzi machten es sich in ihrem Bühnenwohnzimmer der piefigen Art gemütlich. Topfblume, Sofa mit Samt- und Brokatkissen, Tischchen, Ölgemälde und Stuhl stellten das Altenessener Zimmer nach. Da ließ es sich auch gut auf dem Sofa sitzen oder liegen, ganz nach dem Geschmack des Rentners Knebel. Das käme seiner körperlichen Verfassung sehr gut entgegen. Deshalb habe er sein Programm „Im Liegen geht’s“ benannt, wie er zu Anfang erzählte. Humorvolle Geschichten verpackten beide in swingenden, rockenden oder schwermütigen Bluesvariationen.

Versuche gegen Gesundheitsbeschwerden

Gesundheitsbeschwerden hatte Knebel bisher nicht, bis ihn Ehefrau Guste aufforderte, er solle sich mehr bewegen. Dabei gehe er regelmäßig alle 20 Jahre zum Check-up. Aber der Verschleiß ab 50 sei auch bei ihm schon zu merken. Im Supermarkt kommt er daher nicht mehr an die „Bückware“, sodass ihm beim Einkauf Verkäuferinnen behilflich sein müssten.

Auf Dauer sei ihm das peinlich gewesen, wenn beim Betreten unter dem Warnruf „das Steiftier ist wieder da“ Freiwillige gesucht würden. Also versuchte er es mit Wassergymnastik. Doch als die Teilnehmerinnen seinen freundlichen Gruß „Hallo ihr Seepferdchen“ nicht lustig fanden, war er sauer.

Verhütung ist wieder ein Thema bei Knebels

Nach langweiligen Übungen mit der Poolnudel schlief er ein und sank zum Beckenboden. Die Wiederbelebungsmaßnahmen hätten ihm seinen Horizont deutlich erweitert.

Doch obwohl schon betagt, sei das Thema Verhütung bei Knebels wieder ein Thema. Das läge daran, dass die Freundin seiner Guste im hohen Alter wieder schwanger geworden sei. Er erinnerte sich, dass er früher verschiedene Methoden vom Fiebermessen bis zur Mondphasenberechnung alles ausprobiert habe. Bei letzterer sei jedoch Sohn Peter entstanden. Mit der festen Überzeugung „Mann muss auch Verantwortung tragen“ habe er mit seiner Guste sogar abwechselnd die Pille genommen. Die sei ihm aber nicht gut bekommen. Ihm wuchs ein Damenbart.

Eheleben attraktiver gestalten

Um das Eheleben attraktiver zu machen, spielten Guste und Knebel ein erstes Kennenlernen nach. Er stand mit Pralinen und Blumen im Hauptbahnhof am Bahnsteig und erwartete voller Ungeduld als „schmachtender, wollüstiger Don Juan“ seine Guste. Doch leider fiel der Zug aus.

Das erzeugte Frust in den eigenen vier Wänden. Bis der Koch vom Chinarestaurant mit Feng-Shui die Wohnung auf den Kopf stellte. Der spürte schlechte Energien auf, die besonders in der Nähe des Schuhschranks bestanden. Außerdem spürte der Meister zwei Wasseradern im Badezimmer und unter der Spüle auf. Die Folge war, dass alle Möbel nun umgestellt seien. Was nicht schlimm sei, nur, dass der Fernseher mit dem Bild zur Wand stehe, das würde Knebel doch stören.

Begeisterte Stimmen aus dem Publikum

Gerade diese Geschichten haben auch Reinhold Böcker gut gefallen: „Die mit der Verhütung und dem Feng-Shui fand ich gut“. Verwirrend und bestimmt schwierig zu behalten, waren die vielen Wortspiele mit der „Ich-und-du-AG“, die Knebels Freund Manfred Ölschläger für seine „Idee“ gründen wollte. Da wimmelte es nur noch von Du, Ich, Mich und Dich und keiner wusste mehr so recht, wer jetzt gemeint sei. Um was für eine Idee es überhaupt gehe, das habe Knebel bis heute nicht herausgefunden. Christian Jänsch entdeckte in den Szenen viele authentische Situationen „Ich glaube, vieles davon kann genau so oder ähnlich passiert sein“.

Mit viel Applaus und vielen Lachern wurden noch weitere haarsträubende Geschichten belohnt „Das Geld ist es wert“, urteilte Franz-Josef S. und auch Mechthild S. war begeistert: „Ich bin zum ersten Mal hier. Das ganze Programm hat mich begeistert“.

Erst nach zwei Zugaben ließ das Publikum Knebel und Ozzi von der Bühne gehen.

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