Weihnachten feiern gehört für Figan Ucar-Macit und ihre Familie dazu. Dabei möchte sie aber auch anderen etwas Gutes tun - gemeinsam mit dem Verein Schicksalshelfer. © Sylvia vom Hofe (A)
Schicksalshelfer

Hilfe für Obdachlose in Selm: „Wenigstens ein warmes Essen zu Weihnachten“

Die Schicksalshelfer haben inzwischen auch eine Aktion für obdachlose Menschen gestartet. Das Schicksal eines Herren aus Selm hatte Gründerin Figan Ucar-Macit besonders berührt.

Wer durch Selms Straßen läuft, der fragt sich vielleicht, „gibt es hier überhaupt Obdachlose?“ Doch Figan Ucar-Macit von den Schicksalshelfern weiß es besser: „Ja, auch in Selm gibt es Obdachlose oder Leute, die zwar ein Dach über dem Kopf haben, aber sonst nicht viel zum Leben“, sagt die Borkerin.

Und weil es sich ihr Verein Schicksalshelfer zur Aufgabe gemacht hat, dort zu helfen, wo Hilfe benötigt wird, werden Menschen in Not auch oft an die Schicksalshelfer verwiesen. So wie ein Mann aus Selm, der länger wohnungslos war und nun gerade eine Wohnung bezogen hatte. Sonst hatte er aber nicht viel. „Er hat leider auf dem Boden geschlafen“, sagt Figan Ucar-Macit. „Das musste ich erstmal für mich verarbeiten und da konnte ich nicht wegsehen.“ Online macht sie auf die Situation des Mannes aufmerksam. Die Schicksalshelfer helfen dabei, notwendige Dinge für ihn bereitzustellen und auch beim Putzen, um die Wohnung überhaupt wohnlich zu machen.

Ein warmes Essen für Obdachlose zu Weihnachten

Daraus ist dann die Idee entstanden nicht nur diesem einen Menschen zu helfen, sondern auch weiteren Obdachlosen oder Menschen ohne viele Mittel. Figan Ucar-Macit nennt sie auch „die Vergessenen.“ Ihr Anliegen: „Auch zu Weihnachten sollten diese Menschen wissen, dass man an sie denkt.“ Und das zu zeigen sei auch gar nicht so schwer.

Die Schicksalshelfer organisieren für diese von Armut betroffenen Menschen gerade ein Weihnachtsmenü, damit sie an Weihnachten ein warmes Essen erhalten. Außerdem können auch Kleider, Decken oder Ähnliches gespendet werden. Wer an Weihnachten kocht steht zwar schon fest, „aber es soll eine Überraschung sein“, sagt Figan Ucar-Macit. Die Spendendosen für die Aktion stehen zum Beispiel in der Ergotherapie-Praxis von Nina Borchert, Ludgeristraße 63 in Selm und in der Stephanus Apotheke, Hauptstraße 11 in Bork. Wer wegen der aktuellen Pandemie-Lage das Haus lieber nicht verlassen möchte, kann aber auch einfach auf das Konto der Schicksalshelfer überweisen (siehe Infobox).

Weitere Aktionen im kommenden Jahr

Eine weitere Aktion für Senioren ist bereits abgeschlossen. Dort konnten Selmerinnen und Selmer Geschenkboxen für ältere Menschen befüllen. Es gibt nur noch wenige Restboxen, die die Schicksalshelfer selbst befüllen und dann kurz vor Weihnachten verteilen werden.

Auch im kommenden Jahr werden die Schicksalshelfer weitermachen, sagt Figan Ucar-Macit. Der Verein hatte sich ursprünglich während der sogenannten Flüchtlingskrise gebildet, um Menschen Hilfe zu bieten, die sie brauchten. Während der Corona-Krise haben die Schicksalshelfer aber wieder Fahrt aufgenommen und zum Beispiel Einkaufsdienste angeboten und Lebensmittelspenden gesammelt, für Menschen, die sonst auf die Tafel angewiesen sind. Die Unterstützung für Obdachlose wollen sie weiterhin bieten, sagt Figan Ucar-Macit, was das neue Jahr sonst noch für ihren Verein bedeutet, das werde man sehen. Die Weihnachtsaktion war ihr aber besonders wichtig: „Ich bin Türkin, mein Mann ist Kurde“, sagt sie, „aber Weihnachten ist für mich das Fest schlechthin.“ Und diesen Geist von Weihnachten wollen die Schicksalshelfer auch weitergeben. Nicht nur zu Weihnachten.

Kontakt und Spendenkonto:

Tel: 02592/9468659 Fax: 02592/9468660

Kontakt@sch-helfer.de

Spendenkonto:

Sparkasse Lünen

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Über die Autorin
Redakteurin
Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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