Die etablierten Parteien hier bei uns sollten sich nicht darauf ausruhen, dass AfD-Wähler nur Bundespolitik kritisieren. © Günther Goldstein (Archiv)
Meinung

Hohe Stimmanteile für die AfD – Demokratie heißt, nicht wegducken

In den Bundestag haben es keine AfD-Politiker aus den heimischen Wahlkreisen geschafft. Aber der Anteil der AfD-Wähler ist hoch. Das verspricht politischen Zündstoff. Und es erfordert Mut.

Diese Zahl sollte man sich merken: 7068. Das ist die Anzahl derjenigen, die die AfD in Selm, Olfen, Nordkirchen und Lünen gewählt haben bei dieser Bundestagswahl. Es ist eine Zahl, die, anders als im Bund, nicht dazu führen sollte, die AfD einfach zu ignorieren.

Klar, wenn es um die Regierungsbildung in Berlin geht, lassen alle Parteien, die irgendwie im Rennen um einen Koalitionsplatz sind, die AfD rechts liegen. Wer möchte schon Leute mit der Denkweise wie Björn Höcke damit beauftragen, unser Land zu regieren? Aber bei uns, in der Fläche, wo es nicht um Staatstragendes wie eine Regierungsbildung geht, sondern um Lokalpolitik, also um verantwortungsvolle Entscheidungen auf demokratischer Basis, ist es nicht so einfach mit dem Ignorieren der AfD.

Die Wahlergebnisse in Selm (9,6 Prozent für die AfD), Olfen (7,4), Nordkirchen (6) und Lünen (10,2) beweisen: Es gibt eine Menge Menschen, die nicht mehr zufrieden sind mit den sogenannten etablierten Parteien. Die können sich nicht darauf verlassen, dass 7068 Wähler nur wegen bundespolitischer Gründe ihr Kreuzchen bei der AfD gemacht haben.

Es sind nicht „irgendwelche“ AfD-Wähler und -Politiker. Es sind unsere Nachbarn. Und mit denen reden wir doch eigentlich. Wir alle – Kommunalpolitiker und Bürger – müssen mit ihnen reden. Ihnen begegnen. Das ist der erste Schritt, demokratische Wege einzuschlagen. Sie zu ignorieren, hieße, sie nicht ernst zu nehmen. Und das könnte sich – auch bei künftigen Wahlen – als großer Fehler erweisen.

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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