Hußmann nimmt Abschied ohne große Reden

Bürgermeister

SELM "Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge", ein beliebter Satz bei Verabschiedungen. Dies trifft für Bürgermeister Jörg Hußmann nicht zu.

09.10.2009, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jörg Hußmann hatte für die Bürger stets ein offenes Ohr.

Jörg Hußmann hatte für die Bürger stets ein offenes Ohr.

"Ich sehe dies ganz neutral. Wer das Amt eines Wahlbeamten übernimmt, muss immer damit rechnen, dass die Fahrt mal beendet ist." Fünf Jahre war Jörg Hußmann Bürgermeister, zuvor fast drei Jahre Beigeordneter der Stadt Selm. Seine Zeit bei der Stadtverwaltung endet offiziell am 21. Oktober. Jörg Hußmann wird aber bereits am kommenden Dienstag, 13. Oktober, letztmals sein Büro im Amtshaus betreten.Zwei Angebote aus der Wirtschaft

"Ich fliege mit meiner Frau und unserer jüngsten Tochter nach Ibiza", so der 52-Jährige. Und über seine berufliche Zukunft hat sich Jörg Hußmann auch seine Gedanken gemacht. "Ich bin kein Typ der sich aufdrängt, habe aber zwei Angebote vorliegen." In beiden Fällen würde er beruflich in den Raum Osnabrück wechseln. "Dann fahre ich halt nicht 50 Kilometer in den Süden, sondern in den Norden." Der gelernte Jurist könnte in einem Unternehmen als Rechtsberater oder in einer Anwaltskanzlei eine neue Aufgabe übernehmen. "Ich werde mir alles aber ganz genau überlegen, denn es soll dann auch eine Aufgabe für eine längere Zeit sein."Keine Politik mehr

Jörg Hußmann will auch nicht ausschließen, mal wieder in einer Verwaltung tätig zu sein. "Auch ein Amt als Bürgermeister kann ich mir vorstellen." Nur müssten dann die Rahmenbedingungen stimmen. Dies könnte auch durchaus eine Stadt mit 10 000 Einwohnern sein. Denn der Job als Bürgermeister habe ihm durchaus Spaß bereitet. Die Rückkehr in die Politik schließt Jörg Hußmann allerdings völlig aus. Bekanntlich war er vor seiner Wahl zum Bürgermeister Ratsmitglied in Lengerich.

Auf eine offizielle Verabschiedung verzichtet Jörg Hußmann. "Davon halte ich nichts, nehme mich auch nicht so wichtig." Er werde sich aber von Weggefährten seiner Selmer Zeit verabschieden. "Mit einigen werde ich mich treffen und ein Bier trinken." Ein förmlicher Abschied von den Mitarbeitern ist ebenfalls nicht geplant. Bei vielen wolle er sich aber persönlich verabschieden, denn es sei eine gute Zusammenarbeit gewesen. Zudem unterstützt er das kommende Betriebsfest. "Dann können die Mitarbeiter auf mich anstoßen - oder auch nicht."Selmer Zukunft im Blick

Auch wenn er bald in Selm nicht mehr arbeitet, die Entwicklung der Stadt interessiert ihn. "Ich werde mich regelmäßig im Internet über die Geschehnisse informieren." Doch nun steht für Jörg Hußmann erst einmal Erholung auf dem Programm. Gern wäre er im November auch in den Skiurlaub gefahren, doch darauf muss er verzichten. Vor zwei Wochen zog er sich einen Bänderriss zu, kommt an seinen letzten Tagen mit einer Schiene ins Amtshaus. "Ich hoffe aber, dass ich im kommenden Winter noch in den Skiurlaub komme."

Wann er eine neue Aufgabe übernimmt, weiß er noch nicht. "Dies kann noch in diesem, aber auch erst im nächsten Jahr sein." Denn eine neue Aufgabe möchte er auf jeden Fall.

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