Ist es auf der Kreisstraße zu gefährlich?

Diskussion

Ist es an der B 236 zwischen Selm und Bork zu gefährlich? Ein schwerer Unfall ist immer Anlass für solche Diskussionen. So auch im Fall der von einem Auto erfassten 82-jährigen Frau in Höhe Hausnummer 152 am Donnerstagabend.

SELM

von Von Tobias Weckenbrock

, 23.11.2013, 10:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da wurde eine 82-jährige Frau beim Überqueren der Straße von einem Kleinwagen erfasst und lebensgefährlich verletzt. Während die Frau am Abend in der Dortmunder Unfallklinik noch notversorgt wird, gibt es im Internet-Netzwerk Facebook schon erste Kommentare zu lesen: Hier müsste ein Zebrastreifen sein, mindestens. Besser noch eine Ampel.

Da wurde eine 82-jährige Frau beim Überqueren der Straße von einem Kleinwagen erfasst und lebensgefährlich verletzt. Während die Frau am Abend in der Dortmunder Unfallklinik noch notversorgt wird, gibt es im Internet-Netzwerk Facebook schon erste Kommentare zu lesen: Hier müsste ein Zebrastreifen sein, mindestens. Besser noch eine Ampel.

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Unfall: 82-Jährige von Auto erfasst

Bei einem Autounfall auf der Kreisstraße zwischen Selm und Bork ist am Donnerstagabend eine 82-jährige Selmerin lebensgefährlich verletzt worden. Sie wurde in der Dunkelheit von einem Kleinwagen, am Steuer einer 21-jähriger Selmerin, erfasst und kam dabei zu Fall. Die Straße war etwa zwei Stunden komplett gesperrt. Es bildeten sich lange Auto-Schlangen in beide Richtungen.
21.11.2013
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Zur Unfallaufnahme markierte die Polizei die Stellen, an denen sie Gegenstände der verletzten Person fanden. Der Rollator lag beschädigt mitten auf der Fahrbahn.© Foto: Tobias Weckenbrock
In Höhe des Hauses mit der Hausnummer 152 war die Kreisstraße 300 Meter vor dem Ortseingang nach Selm gesperrt. Rettungswagen, sieben Mann der Freiwilligen Feuerwehr Bork und die Polizei kümmerten sich um die Unfall-Aufnahme und die verletzten Personen. © Foto: Tobias Weckenbrock
Die Feuerwehr rückte mit zwei Einsatzfahrzeugen, darunter eine Drehleiter, aus, um die Unfallstelle auszuleuchten. Der PKW erfasste die 82-jährige Frau mit ihrem Rollator beim Überqueren der Straße.© Foto: Tobias Weckenbrock
Dieser Kleinwagen erfasste den Rollator und die 82-jährige Selmerin, die die Straße in der Dunkelheit überquerten. Hier ist die Kreisstraße kaum beleuchtet, nur der Radweg hat schwaches Laternenlicht. © Foto: Tobias Weckenbrock
Der Unfall ereignete sich gegen 17.45 Uhr. Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte arbeiteten bis ca. 19.45 Uhr vor Ort weiter.© Foto: Tobias Weckenbrock
Diese Autos mussten an der Straßensperrung in Fahrtrichtung Nord von Bork aus kommend bis zu zwei Stunden verharren. Es gab zwei eine Umleitungsstrecke westlich der Kreisstraße, aber auch die war für Lastwagen nicht zu befahren und auch überlastet.© Foto: Tobias Weckenbrock
Sieben Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Bork rückten mit zwei Fahrzeugen an - darunter auch die Drehleiter, mit der Flutlicht auf die Straße geworfen wurde, um die Unfallaufnahme für die Polizei und die Rettungsmaßnahmen vor Ort zu erleichtern.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Rollator lag mitten auf der Straße.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Rollator der Senioren, mit dem sie die Straße überquert hatte, war schwer beschädigt.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Unfallstelle wurde abgesperrt.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die LKW- und Autoschlange von der Unfallstelle aus gesehen in Richtung Norden, Richtung Selm. Der Verkehr staute sich mehrere hundert Meter zurück bis zum Ortseingang an der Araltankstelle.© Foto: Tobias Weckenbrock
Der Unfallort war bis etwa 19.45 Uhr voll gesperrt. Hier ist es sehr dunkel, Straßenlaternen gibt es nur am Radweg auf der östlichen Straßenseite - allerdings mit sehr spärlichem Licht.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Unfallstelle an der Kreisstraße am Morgen nach dem Unfall: Hier fahren die Autos im Berufsverkehr im Sekundentakt. Und auf der westlichen Straßenseite befindet sich eine Bushaltestelle. Die zu erreichen, ist nur möglich, wenn man an dieser Stelle die Straße überquert. Das ist gerade im Dunkeln und bei viel Verkehr gefährlich - denn beleuchtet ist nur der Radweg, nicht die Straße selbst.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Unfallstelle an der Kreisstraße am Morgen nach dem Unfall: Hier fahren die Autos im Berufsverkehr im Sekundentakt. Und auf der westlichen Straßenseite befindet sich eine Bushaltestelle. Die zu erreichen, ist nur möglich, wenn man an dieser Stelle die Straße überquert. Das ist gerade im Dunkeln und bei viel Verkehr gefährlich - denn beleuchtet ist nur der Radweg, nicht die Straße selbst.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Unfallstelle an der Kreisstraße am Morgen nach dem Unfall: Hier fahren die Autos im Berufsverkehr im Sekundentakt. Und auf der westlichen Straßenseite befindet sich eine Bushaltestelle. Die zu erreichen, ist nur möglich, wenn man an dieser Stelle die Straße überquert. Das ist gerade im Dunkeln und bei viel Verkehr gefährlich - denn beleuchtet ist nur der Radweg, nicht die Straße selbst.© Foto: Tobias Weckenbrock
Die Unfallstelle an der Kreisstraße am Morgen nach dem Unfall: Hier fahren die Autos im Berufsverkehr im Sekundentakt. Und auf der westlichen Straßenseite befindet sich eine Bushaltestelle. Die zu erreichen, ist nur möglich, wenn man an dieser Stelle die Straße überquert. Das ist gerade im Dunkeln und bei viel Verkehr gefährlich - denn beleuchtet ist nur der Radweg, nicht die Straße selbst.© Foto: Tobias Weckenbrock
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Fakt ist: An dieser Stelle der Kreisstraße ist es dunkel. Der Radweg östlich der Straße ist zwar beleuchtet, die Straße selbst aber nicht. Und eine Bushaltestelle macht das Queren der Straße hier notwendig, wenn man in Fahrtrichtung Bork/Lünen mit dem Bus unterwegs ist und an dieser Stelle ein- oder aussteigt. Aber macht das eine Querungshilfe, wie das im Amtsdeutsch heißt, notwendig?

Gefühlte Gefahr

Gerhard Werminghaus, im Ordnungsamt der Stadt für die Verkehrssicherung zuständig, sagt: "Subjektiv gefährlich ist es an der B 236. Aber objektiv werden Unfallschwerpunkte gemessen, und da ist mir diese Stelle nicht als hervorstechend bekannt." Es gebe immer mal wieder Meldungen von Eltern, die um die Schulwegsicherheit ihrer Kinder besorgt sind. Aber bei Bundesstraßen verweist Werminghaus dann an die zuständige Stelle, den Landesbetrieb Straßen NRW.

 

Dort sagt man das gleiche wie bei der Stadt: Es gibt hier weder eine Unfall- noch eine Beschwerdehäufung. Wenn es dazu kommt, bespricht die Verkehrskommission das Thema. Eine Sprecherin sagt: Es muss eine Verkettung unglücklicher Umstände gewesen sein. Eine konkrete Nachfrage nach Querungshilfen an dieser Stelle kennen Stadt und Landesbetrieb nicht. So bedauerlich dieser Unfall sei, sagt Werminghaus: "Die Straße ist für Fußgänger und Autofahrer eigentlich gut einsehbar. Was will man da bei menschlichen Fehlern in einem solchen Fall tun?"Mehr Unfälle mit Fußgängern

Ute Hellmann von der Polizei-Pressestelle stellt generell eine Unfallhäufung mit Fußgängern fest. "Es ist morgens lange und abends früh dunkel, wir haben zurzeit viele Unfälle mit Fußgängern", sagt sie und mahnt: "In der dunklen Jahreszeit zieht man sich oft auch dunkel an, das merken wir vor allem bei Senioren. Damit begibt man sich in Gefahr!" Sie könne Reflektoren oder Warnwesten empfehlen. "Aber wer will die schon gerne beim Spaziergang tragen?" Eine gute Idee sei, den Rollator mit Reflektoren zu versehen.

Hätte das in diesem Fall geholfen? Keiner kann das mit Gewissheit sagen.

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