Jugendliche zündeten Böller am Selmer Edeka

In der Botzlarstraße

Eine Druckwelle sei zu spüren gewesen, als Jugendliche am Edeka an der Botzlarstraße in Selm Böller gezündet haben, sagt ein Augenzeuge. Er sagt auch: Die Sache mit den Böllern ist kein Einzelfall.

Selm

, 17.11.2017, 10:05 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die sogenannten Polenböller haben aber eine enorme Wirkung. dpa

Die sogenannten Polenböller haben aber eine enorme Wirkung. dpa © picture alliance / dpa

Manuel Eckey ist noch immer geschockt über das, was er am Mittwochabend am Edekamarkt an der Botzlarstraße miterleben musste. „Die Druckwelle war deutlich zu spüren.“ Er ist überzeugt, die Ursache zu kennen. Einige Jugendliche hätten La-Bomba-Böller – auch als Polenböller bekannt – gezündet.

Eckey ist nach dem Einkauf jedoch nicht in sein Auto gestiegen und nach Hause gefahren. „Ich habe die Jugendlichen direkt angesprochen.“ Einsichtig seien sie allerdings nicht gewesen. Deshalb habe er den Vorfall am gleichen Abend bei der Polizei angezeigt. Eine Aussage, die die Polizei-Pressesprecherin Vera Howanitz auf unsere Anfrage bestätigt. „Um 20.15 Uhr ist uns gemeldet worden, dass Böller auf Passanten geworfen werden.“ Sechs Minuten später seien die Beamten vor Ort gewesen. „Aber es war niemand mehr da.“

„Kein Einzelfall“

Aus Sicht von Manuel Eckey ist der Böllerwurf kein Einzelfall. Nach seiner Einschätzung gibt es in der Stadt Probleme bei der Einhaltung des öffentlichen Rechts. Als Beispiele führt er die Raserei in Selm zwischen den beiden Kreisverkehren an. Er vermutet, dass die jugendlichen Böllerwerfer die gleichen sind, „die die Kreisstraße mit einem Rennkurs verwechseln“. Bereits damals hatte sich Eckey im Sommer bei der Stadt gemeldet. „Passiert ist nichts.“

Verstärkt im Blick

Vera Howanitz sieht das etwas anders. Der Bezirksdienst wisse, dass der Bereich ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen sei. „Sie kommen mit ihren Fahrzeugen und hecken immer mal wieder etwas aus. Polizei und Stadt haben deshalb den Bereich verstärkt im Blick.“ Probleme mit Böllern seien ihr nicht bekannt.

Manuel Eckey hat hingegen weitere Kritikpunkte. Auf der Schulstraße und auf anderen Straßen würden Parkverbote ignoriert oder die Autos einfach abgestellt, egal, ob die Anlieger aus ihren Einfahrten kommen oder nicht. Sein ernüchterndes Fazit lautet. Seit fünf Jahren wohnt er in der Stadt. „Und es wird Jahr für Jahr schlimmer.“ Mit den „Polenböllern“ sei dabei eine neue Dimension erreicht.

Die in Deutschland verbotenen La-Bomba-Böller enthalten Explosivstoff – richtig viel. „Wenn man das in der Faust hält und anzündet, zerfetzt es einem buchstäblich die Hand.“ Eine Behauptung, die Experten bestätigen. La Bomba enthalte Blitzknallsprengstoff, der in Deutschland verboten ist. Er enthält Magnesium, das die Hitze erhöht, sowie Aluminium, das den Druck erhöht. Zudem ist die Lärmentwicklung enorm groß.

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