Junge Täter machen Selm unsicher

Vor Gericht

SELM Vier junge Männer aus Selm im Alter von 23 bis 27 Jahre mussten sich wegen Einbruchdiebstahls, Diebstahls, unerlaubten Waffenbesitzes, Sachbeschädigung, Verkehrsvergehen und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schöffengericht in Lünen verantworten.

von Von Heinz Greve

, 30.10.2009, 18:22 Uhr / Lesedauer: 1 min
Junge Täter machen Selm unsicher

Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft haben sie mit jeweils unterschiedlicher Tatbeteiligung im Jahre 2008 Selm unsicher gemacht. So wurde in Garagen eingebrochen, Fahrräder, Motorroller, Minibikes, Gasflaschen und Lebensmittel gestohlen.Unerlaubter Waffenbesitz Einer der Angeklagten besaß sogar eine Schusswaffe mit Munition, ohne im Besitz eines Waffenscheins zu sein. Mit der Schusswaffe zerschoss er eine Glasscheibe an einer Telefonzelle.

Der Schaden belief sich auf 500 Euro. In der Nacht vom 17./18. Dezember 2008 sollen sie während einer "Hausparty" auf den Zeugen K. eingeschlagen und eingetreten haben, sodass dieser trotz zweimaliger Operationen und längerem Krankenhausaufenthalt berufsunfähig geworden ist.Geständnisse und Freispruch

Bis auf die Körperverletzung gestanden drei der Angeklagten die Straftaten ein. Der vierte Angeklagte bestritt jede Beteiligung an der ihm vorgeworfenen Tat des Diebstahls. Da diese ihm auch nicht nachgewiesen werden konnte, sprach das Gericht ihn frei.

Gegen zwei Angeklagte, denen u.a. die gefährliche Körperverletzung vorgeworfen wurde, trennte das Gericht das Verfahren ab, weil es trotz umfangreicher Beweisaufnahme noch Klärungsbedarf sah.

Es unterbrach die Hauptverhandlung und setzte den Fortsetzungstermin auf Freitag, 13. November, an. Zu diesem Termin will es weitere Zeugen laden.

Gegen einen 23-jährigen Angeklagten kam das Gericht zu einem abschließenden Urteil. Wegen Einbruchdiebstahls, zweifachen gemeinschaftlichen Diebstahls, unerlaubten Waffenbesitzes, Fahrens eines nicht zugelassenen Kraftfahrzeuges ohne Fahrerlaubnis und Sachbeschädigung verurteilte es ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten.

Da der Angeklagte bereits erheblich vorbestraft ist, kam eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht mehr infrage. Ganz im Gegenteil, nach der jetzigen Verurteilung muss er auch noch mit dem Widerruf eines zur Bewährung ausgesetzten Strafrestes von fünfeinhalb Monaten rechnen.

Der Gerichtsvorsitzende, Richter Jan Knappmann, bezeichnete den Angeklagten in seiner Urteilsbegründung als einen Gewohnheitsstraftäter.Schlechte Sozialprognosen

Obwohl der Angeklagte seit einiger Zeit in einer festen Beziehung lebt und seit zwei Wochen Vater ist, stellte das Gericht ihm keine günstige Sozialprognose; vielmehr sei er ein Bewährungsversager.

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