Kein Adventsmarkt, kein Karneval: Stadt sagt weitere Veranstaltungen ab

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Gleich für drei große Veranstaltungen erteilt die Stadt Selm eine Absage. Selm trifft sich, der Adventsmarkt mit Glitzerwald und auch Karneval werden wegen des Coronavirus nicht stattfinden.

Selm

, 26.06.2020, 09:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wäre nicht Corona, dann hätte DJ Ötzi in Selm vor einer Woche auf dem Campusplatz für Party gesorgt und mit der Band Brings hätte das Publikum zu kölscher Musik schunkeln können.

Noch Ende März, da waren gerade die strikten Kontaktverbote und das, was heute umgangssprachlich Lock-Down genannt wird, noch recht frisch in Kraft getreten, hatte die Stadt noch abgewartet, ob es vielleicht doch noch was werden kann mit dem Stadtfest. „Wir können dazu noch nichts weiter sagen, weil wir weiterhin abwarten müssen, wie sich die Lage entwickelt“, hatte Stadtsprecher Malte Woesmann gesagt.

Ein Verbot für Veranstaltungen galt damals nur bis zum 19. April. Zwei Wochen später stand fest: Großveranstaltungen sind bis Ende August verboten und mit dem Stadtfest wird es nichts. Schmerzhaft für die Stadt, schließlich war sie in Vorleistung gegangen.

Drei Veranstaltungen abgesagt

Daraus hat die Stadt jetzt offenbar Konsequenzen gezogen. Man wisse einfach nicht, wie sich die Lage mit Corona weiterentwickelt und was nächstes Jahr ist, das macht Bürgermeister Mario Löhr auch am Donnerstag, 26.6., bei der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause im Selmer Bürgerhaus gleich mehrfach klar.

Es sind gleich drei Veranstaltungen, die Mario Löhr direkt zu Beginn der Sitzung absagt. „Wir werden keinen Adventsmarkt planen“, sagt Mario Löhr. Das sei eine Veranstaltung, die viel Vorlauf und viele Vorlaufkosten benötige „und dafür möchten wir nicht die Verantwortung übernehmen“, so Löhr. Auf Nachfrage erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann, dass das auch gleichzeitig eine Absage für den Glitzerwald bedeutet.

Gleiches gilt für den Selmer Karneval im nächsten Jahr. Hier habe man dem Verein klar gemacht, dass man nicht mit einem Umzug planen könne, so Löhr. „Wir haben die Hoffnung, dass wir dafür Verständnis erhalten“, so der Bürgermeister.

In der Nachbarstadt Olfen ist die Karnevalssession 2021 aktuell noch geplant. Jedenfalls laut KG Kitt. Eine Entscheidung für eine Absage acht Monate im Voraus sei deutlich zu früh, hatte Präsident Matthias Kortenbusch unserer Redaktion gesagt. Die Stadt Werne hingegen hatte ihren Karnevalsumzug als eine der ersten in der Region abgesagt.

Tobias Steinbrink aus dem Vorstand der 1. Selmer Karnevalsgesellschaft sagt: „Uns ist es schwer gefallen.“ Ein Prinzenpaar für diese Session sei schon gefunden gewesen. Aber: „Das Risiko ist einfach zu hoch“, so Steinbrink. „Ich hätte jetzt anfangen müssen, die Session zu planen“, sagt er. Orden kaufen, DJs buchen, Kostüme nähe, Zelte bereitstellen, all das sei teuer. Dafür, dass es dann vielleicht kurz vorher abgesagt werden könnte. „Wir hoffen dass wir am 11.11.2021 wieder starten können“, so Steinbrink.

Auch kein Selm trifft sich

Eine Absage gab es auch für die Veranstaltungsreihe „Selm trifft sich“. Veranstalter Wilfried Reckers hatte unserer Redaktion gesagt, dass er hoffe, dass es doch noch einen Weg geben könnte, um die Veranstaltung stattfinden zu lassen. „Alle stehen Gewehr bei Fuß“, hatte Reckers im Hinblick auf die Künstler gesagt, die dann bereit wären, aufzutreten.

Bürgermeister Mario Löhr musste dieser Hoffnung nun aber eine Absage erteilen. „Für uns ist klar, dass wir diese Veranstaltung nicht genehmigen werden“, so Löhr. Aktuell zeige beispielsweise der Fall Tönnies, wie schnell es wieder zu Infektionen kommen könne. „Wir möchten keine Gelegenheiten dafür bieten, dass Menschen sich anstecken“, sagte der Bürgermeister.

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