Unterschiedliche Städte, unterschiedliche Vorgehensweisen in der Stadtverwaltung. © Marie Rademacher
Bürgerdienste

Kein Kontakt im Amtshaus: Bürgerbüro Selm sagt unwichtige Termine ab

Wer Angelegenheiten bei der Stadtverwaltung Selm erledigen möchte, sollte es nicht eilig haben: Aufgrund des Lockdowns sagt das Bürgerbüro Termine ab. Auch die Online-Vergabe ist gesperrt.

Die Stadt Selm schränkt in der Corona-Pandemie ihren Service deutlich ein: Alle Termine, die nicht eilig oder wichtig sind, werden durch das Bürgerbüro abgesagt – auch dann, wenn die Termine zuvor über das Online-Portal vereinbart worden sind. „Die Termine werden abgesagt, um Kontakte soweit es geht zu minimieren. Damit kommt die Stadt den Vorgaben der Corona-Schutzverordnung nach“, erklärt dazu Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage.

Wer beispielsweise einen neuen Personalausweis beantragen möchte, kann das zwar weiterhin tun. Doch er oder sie muss dazu telefonisch Kontakt mit dem Bürgerbüro aufnehmen – und damit rechnen, dass es vorerst keinen Termin zur Bearbeitung des Anliegens gibt. „Die Mitarbeiterinnen im Bürgerbüro entscheiden nach Abstimmung mit der Abteilungsleitung, ob ein Termin wichtig ist oder verschoben werden kann“, so Woesmann.

Besitzt jemand zum Beispiel noch einen gültigen Reisepass, ist ein neuer Personalausweis kein Fall von Dringlichkeit. Auch Anliegen wie eine Ab- oder Ummeldung des Wohnsitzes, die Beglaubigung von Urkunden oder die Erteilung eines Führungszeugnisses sind von dieser Regelung betroffen. Der Anrufer erhält dann vom Bürgerbüro den Hinweis, dass er sich um einen neuen Termin bemühen könne, sobald eine Vergabe wieder möglich ist. Wann genau das sein wird, teilt die Verwaltung den Bürgern nicht mit. Stattdessen wird auf die Homepage der Stadt Selm sowie auf die örtliche Presse verwiesen, die man über eine Änderung der Lage informieren würde.

Bürger brauchen weiterhin Geduld

Malte Woesmann sagt dazu: „Dies hängt von der Infektionslage ab.“ Sobald sich diese weiter entspannt habe und die Maßgabe der strengen Kontaktbeschränkung aufgehoben sei, werde auch eine Online-Terminvergabe wieder möglich sein. „Das Tool wurde vorübergehend deaktiviert, da nur noch individuell nach Wichtigkeit Termine vergeben werden“, erläutert der Stadtsprecher. „Die Dringlichkeit eines Termins lässt sich nicht über das Tool abbilden.“

Somit werden sich die Selmerinnen und Selmer in Sachen Verwaltungsangelegenheiten weiter in Geduld übern müssen. Allerdings sei die Absageflut an Terminen nicht einer personellen Kürzung in der Abteilung geschuldet, wie Woesmann betont: „Die vier Mitarbeiterinnen arbeiten auch jetzt ganz normal.“ Vielmehr hätten sich durch die Absage der Präsenztermine die telefonischen und schriftlichen Anfragen vermehrt. „Diese werden natürlich im Rahmen der rechtlichen Vorgaben bearbeitet.“

Das Bürgerbüro der Stadt Selm ist telefonisch unter den Durchwahlen (02592) 69-209, -210, -211 und -267 zu erreichen. Die offiziellen Öffnungszeiten lauten: Montag bis Freitag 8.30 Uhr bis 12:30 Uhr, Montag und Dienstag 14 Uhr bis 15.30 Uhr, Donnerstag 14 Uhr bis 17 Uhr.

Über den Autor
Redaktion Lünen
Journalist, Vater, Ehemann. Möglicherweise sogar in dieser Reihenfolge. Eigentlich Chefreporter für Lünen, Selm, Olfen und Nordkirchen. Trotzdem behält er auch gerne das Geschehen hinter den jeweiligen Ortsausgangsschildern im Blick - falls der Wahnsinn doch mal um sich greifen sollte.
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Daniel Claeßen

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