Kirchen dürfen wieder öffnen: Sicherheitsdienst und Messe im Theater

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Ab dem 1. Mai dürfen die Kirchen in Nordrhein-Westfalen wieder Gottesdienste anbieten. Aber nicht alle Kirchengemeinden werden das tun. Und einige weichen sogar auf ungewöhnliche Räume aus.

Selm

, 30.04.2020, 10:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Theoretisch dürfen Kirchen in Nordrhein-Westfalen ab dem 1. Mai wieder ihre Türen für Gottesdienste öffnen, so hatte es Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet in der vergangenen Woche bekannt gegeben. „Wir planen ab dem Wochenende des 10. Mais wieder Gottesdienste anzubieten“, sagt Pater Gregor Pahl von der Gemeinde St. Johannes Evangelist in Cappenberg.

Eine Sondersituation in der Sondersituation

Allerdings gibt es in Cappenberg eine Sondersituation in der Sondersituation: „Die Renovierung der Stiftskirche geht endlich los“, sagt der Pater. Die lange angesetzten und immer wieder verschobenen Renovierungsarbeiten für die Kirche sollen laut Plan spätestens 2022 abgeschlossen sein - pünktlich zum Jubiläumsjahr, in dem die Kirche 900 Jahre alt wird. Für die Renovierung sollten die Gottesdienste eigentlich im Bischof-Vieter-Haus stattfinden, der Plan bestand aber noch vor den Corona-Beschränkungen. „Dort können wir die Auflagen nicht erfüllen“, sagt Pater Gregor Pahl. Gemeint ist damit vor allen Dingen die Abstandsregel von mindestens 1,50 Metern.

Aktuell gebe es daher Gespräche, ob die Messfeiern gegebenenfalls künftig im ehemaligen Theater im Schloss Cappenberg erfolgen könnten. „Das ist ungewöhnlich als Ort“, sagt der Pater, allerdings hätte man dort die Möglichkeit, Reihen leer zu lassen. Und da die Reihen durchnummeriert sind, könne das in der Vorbereitung auch einiges erleichtern. Eine Entscheidung dazu wird in der kommenden Woche erwartet, wie Pater Gregor Pahl sagt.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) hatten Anfang der Woche Empfehlungen für die Gemeinden veröffentlicht. So hatte sich die EKD zum Beispiel dafür ausgesprochen, auf Gesang zu verzichten, die DBK hatte vorgeschlagen, Hostien mit einer Zange zu reichen und Gemeindemitglieder darum gebeten, ihr Gesangbuch selber mitzubringen.

Wortgottesdienste

„Wir halten es weiterhin für wichtig, dass Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, weiterhin zu Hause bleiben“, sagt Pfarrer Claus Themann von der Gemeinde St. Ludgerus. Daher werde die Gemeinde auch weiterhin jedes Wochenende einen Gottesdienst auf Youtube veröffentlichen und eine Hausliturgie zur Verfügung stellen. Allerdings wolle man an diesem Wochenende testweise vier Wortgottesdienste feiern, damit sich alle auf die neue Situation einstellen können.

Wichtig ist dem Pfarrer zu betonen, dass man sich bewusst nicht für eine Eucharistiefeier entschieden habe, es gibt also keine Kommunion. Zudem werden nur in jeder dritten Bank Gottesdienstbesucher sitzen, was die Teilnehmerzahl auf 50 in St. Stephanus und etwa 70 in St. Ludger beschränkt. Zudem werde es einen Ordnungsdienst geben, der die Teilnehmer „an das Abstandsgebot erinnert“, so Themann. „Außerdem sind Mund-Naske-Masken wichtig“, sagt der Pfarrer. Diese sollten mindestens getragen werden, wenn man in die Kirche kommt und sich innerhalb der Kirche bewegt.

Abstimmung dauert noch

Bei den evangelischen Kirchen in Selm dauert es noch etwas länger, bis sie wieder öffnen. „Wir werden am 3. und voraussichtlich auch am 10. Mai noch keine Gottesdienste anbieten“, sagt Antje Wischmeyer von der evangelischen Kirchengemeinde in Selm. Am Mittwoch war das Hygienekonzept der EKD noch vom Robert-Koch-Institut genehmigt worden, nun werden Vorgaben erarbeitet, wie die Hygienekonzepte der einzelnen Gemeinden aussehen können. „Danach gerichtet müssen wir dann ein eigenes Hygienekonzept schreiben und es muss vom Superintendanten genehmigt werden“, so Wischmeyer. Das Warten sei aber nicht schlimm. „Letztendlich sagen wir, wir haben eine Verantwortung für die Menschen und möchten, wenn die Kirche wieder öffnet, dass das vernünftig läuft“, so Wischmeyer.

Wortgottesdienste und Konzert:
  • am Sonntag, 3. Mai und am 10. Mai der Kirchenmusiker Martin Betting mit seinen Kindern Posaune vor den evangelischen Kirchen in Selm und in Bork (um 10 Uhr vor der St. Trinitatis-Kirche in Bork und um 11 Uhr vor der Kirche am Markt). Gleichzeitig gibt es weiter den Gottesdienst und andere Kleinigkeiten am Zaun zum Mitnehmen.
  • Die Wortgottesdienste der Kirchengemeinde St. Ludgerus finden in der Kirche St. Ludger statt am Samstag, 2. Mai, um 17 Uhr und am So, 3. Mai um 10 Uhr. In der Kirche St. Stephan am Sa um 18.30 Uhr und am So um 11 Uhr.

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