Hoffnung auf bessere Zeiten für alle Menschen wünscht sich Jakob. © Arndt Brede
Ökumene

Kirchen in Selm setzten ein Zeichen der Hoffnung in der Coronakrise

Es war Fingerfertigkeit gefragt, als die evangelische Kirchengemeinde Selm und die katholische St.-Ludger-Gemeinde Selm zu einer gemeinsamen Pfingstaktion einluden. Dahinter steckt mehr als Kunst.

Am Pfingstmontag wollten die evangelische und die katholische Kirchengemeinde in Selm ein gemeinsames Zeichen für die Einheit und Verbundenheit im Glauben setzen sowie ein Zeichen der Solidarität und Hoffnung in den Zeiten von Corona. Dazu luden die Kirchengemeinden alle Selmer ein, kreativ zu werden und eine Aktion der Nordkirche (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) mitzumachen, die unter dem Motto „Eine Taube wird Hoffnungsträger/in“ steht.

„Gesundheit“. Ein Wunsch, der in der Coronakrise besondere Bedeutung bekommen hat. © Arndt Brede © Arndt Brede

Die Teilnehmer konnten eine Origami-Taube basteln, die sie sich als Vorlage herunterladen konnten. Sie konnten aber auch eine Vorlage herunterladen, die sie ausschneiden konnten. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Ob einfarbig, ob farblich gestaltet und/oder mit Worten oder Texten versehen: Die Tauben sollten Symbol sein, den Mut nicht zu verlieren, hatte der Ökumenekreis Selm im Vorfeld kundgetan.

Und so kamen Kinder und Erwachsene am Pfingstmontag nach und nach zum Jugendhaus Findus auf dem Kirchengelände des Gemeindeteils St. Josef. Und sie hängten an einen Baum ihre Friedenstauben.

Solidarität mit anderen

Gefaltet oder ausgeschnitten, einfarbig oder bunt: Was dahinter stand, war, ein Solidaritätsgefühl mit allen Menschen herzustellen und ein Symbol des Friedens in den Vordergrund zu stellen. „Ob es nun im Nahen Osten oder bei uns ist, wir denken an alle Menschen“, sagte der katholische Pater Paulose im Gespräch mit der Redaktion. „Sie ist auch eine Hoffnungsträgerin, auch in Coronazeiten“, ergänzt die evangelischen Pfarrerin Antje Wischmeyer.

Die Botschaften auf den Tauben waren einfach und empathisch: „Gesundheit“, war da zu lesen. Oder: „Durch gegenseitige Hilfe entstehen viele schöne Momente.“

Diese Taube setzt den Akzent auf gegenseitige Hilfe.
Diese Taube setzt den Akzent auf gegenseitige Hilfe. © Arndt Brede © Arndt Brede

Ökumenische Aktionen sind zu Pfingsten die Regel. „Normalerweise gibt es einen Gottesdienst“, erklärt der Pater, „aber das ist in der Coronazeit nicht möglich.“ Immerhin war nach den Coronaregeln Begegnung möglich. Und auch Musik erklang. Der evangelische Kirchenmusiker Martin Betting spielte mit seinen beiden Kindern Nico und Bianca für die Besucher.

Vor allem am Vormittag sei die Resonanz gut gewesen, berichtet Antje Wischmeyer. Und die musikalischen Klänge hätten auch den einen oder anderen bewegt, sich die Aktion anzuschauen.

Die Vorlage zum Falten der Origami-Taube.
Die Vorlage zum Falten der Origami-Taube. © Arndt Brede © Arndt Brede

Eine kleine Aktion. Aber eine wichtige, wie auch Pater Paulose findet: „Auch, wenn wir die Massen nicht bewegen können. Diese Aktion ist besser als nichts.“

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Redaktion Selm
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Arndt Brede

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