Kometenjäger vor Schloss Cappenberg macht Fotos von Neowise

mlzNachthimmel

Neowise lässt sich nur alle paar tausend Jahre von der Erde aus sehen. Ende Juli ist Schluss mit dem Himmelsschauspiel. Vorab hat Astrofotgraf Wolfgang Zimmermann aus Bork aber noch Tipps.

Cappenberg

, 25.07.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein heller Punkt mit Schweif am Nachthimmel: Das war laut christlicher Überlieferung vor 2000 Jahren für die Magier aus dem Morgenland ein Signal zum Aufbruch in Richtung Betlehem. Für Wolfgang Zimmermann ist es heute das Signal, nach seiner Kamera zu greifen - immer wieder. Denn Neowise - so heißt der Komet - bietet ein tolles Motiv. Allerdings nur noch für wenige Tage.

Am 23. Juli hatte der Schweifstern seinen geringsten Abstand zur Erde erreicht: zwar immer noch mehr als 100 Millionen Kilometer, aber näher als seit tausenden von Jahren. Inzwischen ist er allerdings schon wieder dabei, die Distanz zu vergrößern und Ende Juli wieder in den Tiefen des Alls zu verschwinden.

In mehr als 5000 Jahren ist es wieder so weit

Bis er wieder der Erde so nahe kommt wie jetzt, werden 5000 bis 7000 Jahre vergehen: Anlass für den Borker Astro-Fotografen, das Himmelsphänomen ausgiebig festzuhalten - zuletzt in Cappenberg.

Über Schloss Cappenberg ist es so dunkel, dass sich Neowise gut am klaren Nachthimmel abzeichnet - am besten zwischen 22 und 23 Uhr oder zwischen 3 und 4 Uhr morgens wie Zimmermann bereits Anfang Juli mitteilte, als er das erste Mal den Kometen in Cappenberg ablichtete.

Der Schweif des Kometen zieht dabei die meisten bewundernden Blicke auf sich. Dabei handelt es sich nicht um goldenen Sternenstaub, von dem in Märchen die Rede ist. Die Wahrheit ist banal: Brocken aus Staub und Gestein lösen sich, weil das Eis des Himmelskörpers in der Nähe der Sonne schmilzt.

Kometenjäger benutzen jetzt besser ein Fernglas

Wer den auffälligen Kometen Neowise nicht auf Anhieb findet, kann sich am Sternbild Großer Wagen orientieren. Von dort ein Stück nach rechts und nach unten schauen: Da sollte er sein. Ihn mit bloßem Auge auszumachen, wird allerdings von Tag zu Tag schwerer. Grund ist nicht nur die wachsende Entfernung, sondern auch der zunehmende Mond.

Der Komet war Ende März eher zufällig entdeckt worden durch ein Weltraumteleskop Neo-Wise, das eigentlich schon 2011 ausgemustert war. Zum Glück war es noch an seinem Platz geblieben. Auch Wolfgang Zimmermann setzt auf alte Technik. Mit einem analogen 50 Millimeter-Objektiv Olympus Zuiko hat er seine Aufnahmen gemacht. „Das Objektiv lässt sich mit einem Ring einfach an das Canon-Bajonett adaptieren und butterweich fokussieren“, verrät der Sternenngucker und -fotograf.

Weitere Tipps, damit auch weniger erfahrene Fotografen im Nachthimmel ein Erinnerungsfoto vom seltenen Gast dort machen können:

  • Stativ verwenden, damit die Bilder nicht verwackeln.
  • Mindestens 50 Millimeter Brennweite benutzten, gerne auch mehr.
  • Am besten Autofokus ausstellen und Mit der Hand fokussieren.
  • Große Blendenöffnung wählen - also eine kleine Zahl.
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