Kosmetikstudio in Selm meistert Tücken des Re-Starts in der Corona-Krise

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Erst kam die coronabedingte Schließung ihres Kosmetikstudios, die Kosmetikerin Simone Upmann erwischte. Dann kam endlich der Re-Start. Und der war ruckelig.

Selm

, 06.06.2020, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Simone Upmann ist seit Jahren selbstständig, betreibt ein Kosmetikstudio an der Ludgeristraße, in den Räumen der Bären-Apotheke. Was sie in den vergangenen Wochen erlebt hat, ist mit Auf und Ab treffend beschrieben. Wie das gelaufen ist, hat Simone Upmann im Gespräch mit der Redaktion erzählt.

„Ich habe das letzte Mal vor der Schließung wegen der Corona-Krise am 20. März hier gearbeitet“, erinnert sich die Selmer Kosmetikerin an die Zeit, als nach und nach Geschäfte schließen mussten. Von jetzt auf gleich stand der Betrieb still. Drei Kabinen, die sie untervermietet hat, damit Massagen, Naildesign und Anwendungen laufen können, durften nicht besetzt werden.

Gut durch die Krise dank des Onlinegeschäfts

Obwohl, so ganz stimmt das mit dem Stillstand nicht. Anwendungen waren zwar untersagt. Aber zu dieser Zeit sei ihr ein Umstand zur Seite gesprungen, den sie so nicht erwartet hatte: „Ich habe seit 2011 von meinem Vertriebspartner Mau Wilz die Onlienoption.“ Die Möglichkeit also, Kosmetikprodukte online zu vertreiben. Eine Mitarbeiterin habe dann, als das Geschäft schon geschlossen hatte, im Homeoffice Päckchen mit Kosmetikprodukten gepackt und mit ihr dafür gesorgt, dass die die Kunden erreichen.

Simone Upmann war selber aber täglich mehrere Stunden im Geschäft, obwohl der Shopverkauf untersagt war: „Ich wollte von Anfang an nicht vermitteln, dass das Geschäft dunkel bleibt“, erzählt sie. Die Bären-Apotheke, in deren Räumen sie das Kosmetikstudio betreibt, habe Regale zur Verfügung gestellt habe, in denen Kunden die Kosmetikprodukte, die sie online bestellt hatten, abholen konnten. „Netzwerken ist wichtig“, sagt Simone Upmann und wirft einen dankbaren Blick Richtung Apotheke.

Informationen waren schwammig

„Die erste Unruhe, also das Kunden massiv angerufen und gefragt haben, wann wir denn wieder öffnen können, kam Anfang Mai auf, als die Friseure wieder öffnen durften. Wann wir wieder hätten öffnen dürfen, war sehr schwammig. Ich bin vom 2. Juni ausgegangen, wie es zunächst vom Land NRW verkündet worden war.“ Dann sei am Muttertag 10. Mai der Beschluss gekommen, dass Kosmetikbetriebe am 11. Mai wieder öffnen durften.

Das habe sie über eine Freundin erfahren. Im Internet habe sie sich vergewissern wollen. „Auf der Internetseite der Handwerkskammer Dortmund stand noch nichts. Erst nach langer Suche habe ich über die Tagespresse erfahren, dass tatsächlich geöffnet werden kann.“ Und auf der Internetseite der Handwerkskammer Düsseldorf seien diese Infos bestätigt worden.

Eine Woche später als erlaubt geöffnet

Mittlerweile hatte sie sich die Hygieneregeln NRW besorgt. „Das sind 17 Punkte, die ich so spontan zum 11. Mai nicht hätte umsetzen können“, erzählt die Kosmetikerin. Letztendlich hat sich Simone Upmann entschieden, erst am 18. Mai zu öffnen. Gut versorgt mit Hygienematerial, mit Mundschutz und Visier.

Öffnungszeiten und Kontakt

  • Der Shop ist für Verkauf und Beratung montags, dienstags und mittwochs von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Wer einen Termin haben möchte, kann sich unter Tel. (02592) 911637 melden.
www.kosmetik-instyle.de

Mittlerweile ist der Terminplan gut gefüllt. „Die Kunden wollen natürlich ein kleines Stückchen Normalität zurück.“ Alles aber unter Einhaltung der Coronaschutzverordnung, sagt Simone Upmann. „Ich hatte nicht eine Kundin, die keine Maske mitgebracht hat.“ Diese Geduld wünsche sie sich auch für die Zeit nach Corona.

Nun hatte Simone Upmann in den letzten Wochen Mehrkosten durch Hygieneauflagen. Werden die Preise für die Kunden deshalb steigen? „Nein“, sagt sie. „Es wird keinen Hygieneaufschlag geben.“ Durch eine Preiserhöhung eines Kosmetikherstellers habe sich zum 1. März zwar der Preis für die Grundbehandlung um 5 Euro erhöht. „Das war aber vor Corona.“

Wer Simone Upmann begegnet, erlebt eine zufriedene Frau: „Ich habe viel Unterstützung, von der Apotheke, von Geschäftsleuten. Das ist eben in Selm möglich.“

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