Kreis Münster sperrt Selmer Turnierleiter für ein Jahr

Kurioser Zwischenfall

Bei einem Jugend-Hallenfußballturnier vor drei Wochen ist es offenbar zu einer Eskalation nach dem letzten Spiel gekommen. Weil der Schiedsrichter ein Tor nicht gegeben hat, folgten Beleidigungen und Beschimpfungen. Die Kreisjugendspruchkammer (KJSK) Münster verhängte gegen den Selmer Turnierleiter eine Sperre von einem Jahr. Ein Trainer des VfL Senden wurde bis Ende März gesperrt. Was war passiert?

SELM

, 29.01.2016, 15:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kreis Münster sperrt Selmer Turnierleiter für ein Jahr

Im letzten Spiel der Hallenrunde der E-Junioren (U10) hatte der VfL Senden gegen den späteren Turniersieger den Ausgleich erzielt. Das Tor zählte allerdings nicht, weil der Schiedsrichter entschied, dass das Tor nach dem Ende der Spielzeit erzielt worden sei. Dann kochten die Emotionen hoch.

Schiedsrichter bedrängt

Martin Tembaak, Jugendleiter der SG Selm, berichtete davon, dass der Unparteiische aus Münster-Gievenbeck von den Zuschauern massiv angegangen worden sei. „Er ist bedrängt worden“, sagte Tembaak gestern im Gespräch. Zudem hätten Sendener Verantwortliche die Turnierleitung beschimpft, „mit Dingen, die da überhaupt nicht hingehören“ und Mütter von Spielern seien beleidigt worden.

Christian Arends, Jugendvorstand des VfL Senden, stellte die Situation etwas anders da. Zwar bestätigte Arends, dass der Sendener Trainer in einem „emotionalen Moment“ mit dem Schiedsrichter aneinandergeraten war („Das war sicherlich nicht die feine Art“), beschuldigte aber die Selmer, den Trainer wegen einer Gehbehinderung und seines Migrationshintergrunds beleidigt zu haben.

Einig waren sich die Vereine darüber, dass ein mitgereister Vater des VfL ein Aggressor war. Er war auf die Turnierleistung zugestürmt. Senden zog daraus die Konsequenz und erteilte dem Mann bis 30. Juni Hausverbot sowie ein verbot, die Mannschaft bei Auswärtsspielen zu begleiten. Tembaak und Arends zeichneten allerdings ein unterschiedliches Bild von der Rolle des Selmer Turnierleiters. Laut Tembaak habe er sich ruhig verhalten. Arends zufolge habe er die Beschimpfungen erwidert.

„Lächerliches Urteil“

Das Urteil stieß besonders bei den Selmern böse auf. Dass die KJSK die Selmer Turnierleitung bis 26. Januar 2017 kein Turnier leiten lässt, der Sendener Trainer wegen „mehrfacher Schiedsrichter-Kritik und Beleidigungen sowie Verletzung der Aufsichtspflicht“ aber bis 31. März gesperrt wurde, konnte Jugendleiter Tembaak nicht verstehen. „Dass er eine Strafe kriegt und noch nicht einmal die Halle betreten darf, ist lächerlich. Von meinem Rechtsempfinden her bin ich damit nicht einverstanden.“ Tembaak sagte, dass er die Strafe bekommen habe, weil er nicht „aktiv deeskalierend eingewirkt“ habe.

Trotzdem will die SG Selm das Urteil und damit auch den Anteil an den Verfahrenskosten wohl akzeptieren. Das begründete der Vorsitzende Georg Hillmeister mit geringem Aussicht auf Erfolg und zusätzlichen Kosten. Die KJSK wollte den Fall nicht kommentieren. 

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