Kreis Unna zieht Gemeinden mit ins tiefere Minus

Haushalt 2015

Der Kreis Unna ist überschuldet - und legt seine Schulden auf seine Städte und Gemeinden um. Die aber steckten schon vorher tief im Minus und stehen jetzt noch schlechter da. Warum ist das alles eigentlich so? Warum geht es gerade dem Kreis Unna so schlecht? Hier Fragen und Antworten zum Thema.

KREIS UNNA

, 18.09.2014, 10:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Haus der Kreisverwaltung in Unna. Mit dem Haushalt 2015 wird sich der Kreis weiter verschulden.

Das Haus der Kreisverwaltung in Unna. Mit dem Haushalt 2015 wird sich der Kreis weiter verschulden.

Das meiste Geld wird für soziale Transferleistungen ausgegeben. 2015 erreicht dieser Etatpunkt den Rekordwert von 178,8 Millionen Euro (2014: 163,6 Mio Euro). Der größte Betrag innerhalb dieses Postens ist die Hilfe zur Unterkunft (2015: 99,2 Millionen Euro).

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Zum einen steigen die Fallzahlen. Monatlich gehen mehr als 400 Neuanträge beim Kreis ein. Die Gründe dafür sind neben Zuzügen oder dem Verlust der Arbeitsstelle auch die schwankenden und geringen Einkommen in manchen Branchen. Auf der anderen Seite steigen die Nebenkosten rapide an. Neben Energie schlägt hier auch die Grundsteuer zu Buche. Die wiederum von den Gemeinden auch wegen der hohen Kreisumlage angehoben wird.

Auch die steigen im Rahmen der Tarifabschlüsse. Personell hat der Kreis zuletzt insgesamt 80 seiner 750 Stellen abgebaut. Allerdings habe man gleichzeitig auch zusätzliche Aufgaben vom Land übernehmen müssen.

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Ja, aber nur nur kurzfristig. Die können bis zu 30 Millionen Euro betragen. Am Ende muss aber über die Kreisumlage ausgeglichen werden.

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Nein, auch das Land weist seinen Kreisen Geld zu. Wie die Kreise finanziert werden, ist in den Bundesländern unterschiedlich. So holen sich die Landkreise in Sachsen nur 31 Prozent ihrer Ausgaben von ihren Gemeinden, die in Hessen 56 Prozent. NRW liegt mit 45,59 Prozent im Mittelfeld (Stand 2013). Bundesweit ist der Anteil, den die Länder tragen, seit 2000 im Schnitt um fast zehn Prozent gestiegen, so der Deutsche Landkreistag.

Vor allem im Bereich der Sozialkosten und der Arbeitsvermittlung will der Kreis aktiv werden.

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