Kripobeamte schulen sich für den Kampf gegen Kinderpornografie

Polizeischule

BORK Es sind Bilder voller Grauen: Geschundene Körper, vergewaltigte Kleinkinder, Augen voller Leere. Alltag für BKA-Beamtin Kathrin Truckenbrodt. „Ich will die Täter hinter diesen Bildern zur Rechenschaft ziehen“, sagt sie. Gemeinsam mit 62 weiteren Teilnehmern aus aller Welt ist sie beim Europol-Intensivtraining in der Polizeischule Bork dabei.

von Von Alexandra Neuhaus

, 15.10.2009, 21:12 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blick ins Internet: Die Teilnehmer lernen bei der Europol-Schulung die Spuren der Täter im Internet zu lesen.

Blick ins Internet: Die Teilnehmer lernen bei der Europol-Schulung die Spuren der Täter im Internet zu lesen.

400 Teilnehmer haben diesen Kurs in zehn Jahren bislang schon durchlaufen. Ziel der Schulung, die polizeiintern auch als der Rolls Royce unter den Kursen bezeichnet wird, ist die Vermittlung der neusten Methoden und Tricks. In Kleingruppen werden die Teilnehmer, Ermittler und Staatsanwälte, von internationalen Experten auf das technisch höchste Level der Verbrechensbekämpfung gebracht. Im „File-Sharing-Course“ etwa schult Sören Christensen in Sachen Datenaustausch. „Jeder hinterlässt seine Spuren. Wir müssen nur lernen, die Spuren richtig zu deuten“, sagt der dänische Kriminalbeamte. 2002 gelang ihm so ein Schlag gegen einen international operierenden Kinderporno-Ring. Die „Operation Hamlet“ schaffte es 100 Kinder zu retten und den Tätern insgesamt 360 Jahre Gefängnis aufzubrummen.

Ein weiterer positiver Nebeneffekt der Schulung: „Hier knüpfen wir Verbindungen. Nur gemeinsam können wir die Täter bekommen. Die Täter operieren international, genau das müssen wir auch tun, um ihnen das Handwerk legen zu können“, sagt Kathrin Truckenbrodt. „Wir lernen hier den Weg des Täters nachzuvollziehen und hoffen, so auf mögliche Fehler zu stoßen. Jeder macht irgendwann Fehler und dann schnappen wir zu.“

Wie lange sie den Job noch machen will, sie weiß es nicht. „Noch schaffe ich es, die schrecklichen Bilder nicht mit nach Hause zu nehmen.“ Die Motivation für eine gute Sache zu arbeiten, lässt Kathrin Truckenbrodt stark sein. „Wir wollen dafür sorgen, die Welt ein bisschen besser zu machen. Wir finden die Täter und dann wandern sie hinter Gitter“, sagt Ull. Die Grundlagen für eine bessere Welt – sie werden in diesen Tagen in Bork gelegt.

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