Der Videodreh zum Krippenspiel hat offenbar Spaß gemacht. © Sophie Godelmann
Krippenspiel

Krippenspiel in Selm trotzt auf eine ganz moderne Art der Coronakrise

Ein Krippenspiel, in dem ein Reporter Maria und Josef interviewt: Diese moderne Version ist Teil der diesjährigen Weihnachtsgottesdienste der evangelischen Kirchengemeinde Selm.

Die Diakonin der evangelischen Kirchengemeinde, Selm Petra Grohnert, und Uschi Pickhard hat das Schreiben des Krippenspiels zusammengeschweißt. „Wir haben uns schon im Sommer Gedanken über den Weihnachtsgottesdienst 2020 gemacht. Es war ja klar, dass es anders sein wird“, erinnert sich Grohnert. Fest stand, dass etwas gefilmt werden sollte und auch, dass es ein Krippenspiel werden soll.

Im Oktober sei Grohnert dann mit Uschi Pickhard in Kontakt gekommen, die schon mehrere Theaterstücke geschrieben hat, welche sich vor allem an Kinder richten. „Mein erster Gedanke zu dem Stück war, dass es hoffentlich kein normales Krippenspiel wird“, so Pickhard. Beide seien sich einig gewesen, dass das Thema Angst im Fokus stehen solle.

Mit der Weihnachtsgeschichte vergleichbar

„Aufgrund von Corona haben ja viele Menschen Angst, krank zu werden oder zum Beispiel ihre Arbeit zu verlieren“, sagt Petra Grohnert. „In der Weihnachtsgeschichte ist das nicht anders. Keiner wusste, was nach der Geburt von Jesus passieren wird, aber es war klar, dass sich etwas verändern wird. Diese Angst wollen wir auch im Krippenspiel thematisieren und uns somit auf die Figuren konzentrieren“, ergänzt Uschi Pickhard.

Rund drei Wochen haben die beiden gebraucht, um das Krippenspiel zu schreiben. Für sie sei es wichtig gewesen, dass eine Person aus dem Jahr 2020 Teil der Weihnachtsgeschichte werden solle. „Da haben wir schon sehr früh an einen Reporter gedacht, der aus dem Jahr 2020 kommt. Die üblichen Personen, also Maria, Josef, König Herodes und die Engel, sind gleich geblieben“, so Grohnert.

Der Dreh zum Krippenspiel fand unter anderem auf einem Hof statt.
Der Dreh zum Krippenspiel fand unter anderem auf einem Hof statt. © Günther Goldstein © Günther Goldstein

Als schwierig gestaltet habe sich die Rollenfindung: „Bis vor gut einer Woche waren drei Rollen noch unbesetzt. Wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal, ob wir unsere Idee so umsetzen können. Glücklicherweise ließen sich dann doch genug Schauspieler finden“, sagt Grohnert erleichtert.

Gedreht wurde bei starkem Wind und unter den aktuell geltenden Hygienevorschriften vor dem Amtshaus in Bork sowie auf einem verlassenem Hof zwischen Selm und Bork. Für circa vier Stunden schlüpften sieben Personen in andere Rollen. Das Ergebnis wird auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde abrufbar sein und außerdem während der Weihnachtsgottesdienste an Heiligabend in Selm und Bork zu sehen sein.

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