Landwirt aus Selm staunt über Resonanz auf „Land und lecker“-Auftritt

mlzWagyu-Zucht

Auch fast zwei Wochen nach seinem Auftritt in der WDR-Sendung „Land und lecker“ ist der Selmer Landwirt Patrick Balster erstaunt über die Reaktionen. Ein passionierter Koch wird aus ihm trotzdem nicht.

Selm

, 01.11.2020, 15:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dass er seine Entscheidung nicht bereuen würde, stand für Patrick Balster schon vorher fest. Statt in der WDR-Sendung „Lecker an Bord“ mit Björn Freitag war der 45-jährige Selmer beim Format „Land und lecker“ gelandet - obwohl Kochen nicht unbedingt zu seinen Leidenschaften zählt. „Wann hat man schon einmal die Chance, sich und seinen Hof vor Millionen Zuschauern zu präsentieren?“, fragte er sich selbst. Und sagte schließlich dem WDR zu.

Am 19. Oktober wurde die Folge, für die im Vorfeld sechs Drehtage auf dem Hof in Selm angesetzt waren, ausgestrahlt. „Sie war bereits einige Stunden vorher in der Mediathek abrufbar“, sagt Balster im Gespräch mit unserer Redaktion. „Aber ich hatte mir vorgenommen, nicht vorher reinzuschauen.“ Denn auch wenn er es mittlerweile gewohnt war, sich selbst im TV zu sehen - schließlich hatte er in den beiden vorangegangenen Folgen bereits Auftritte - ist die Präsentation des eigenen Hofes doch nochmal etwas anderes.

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Kaum war die Sendung abrufbar, habe es jedoch schon erste Reaktionen gegeben, die den Landwirt und seine Familie erreichten. „Und die waren allesamt positiv - entsprechend entspannt konnte ich mir dann am Abend die Sendung anschauen.“

Millionen Zuschauer sahen anschließend, wie sich Familie Balster auf die Ankunft der „Land und lecker“-Truppe vorbereitete: Das gemeinsame Basteln und Dekorieren mit Mutter Mechthild, das Mähen der Rasenfelder für das Kuh-Bingo, und natürlich das Menü des Abends, bei dem - bis auf das Dessert - das Wagyu-Rind die Hauptrolle spielte. „Ich möchte zeigen, dass es sich hier wirklich um tolles Fleisch handelt, das im wahrsten Sinn des Wortes auf der Zunge zergeht“, hatte Balster im Vorfeld des Drehs erklärt.

Gemeinsam mit Mutter Mechthild bastelte Patrick Balster die Tischdeko für den "Land und lecker"-Abend.

Gemeinsam mit Mutter Mechthild bastelte Patrick Balster die Tischdeko für den "Land und lecker"-Abend. © WDR

Das ist ihm offenbar gelungen: Nicht nur, dass Freunde und Bekannte begeistert waren, auch der Hof selbst hat neue Fans bekommen: „Seit der Ausstrahlung kommen Leute aus dem Ruhrgebiet, aus Köln, aus Herford. Und wir haben sogar Bestellungen aus Darmstadt und Dresden“, beschreibt Patrick Balster die Entwicklung, die sein Betrieb seit dem 19. Oktober genommen hat.

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Und auch bei den „Land und lecker“-Gästen kam der Abend gut an: Am Ende erhielt der Selmer Landwirt 134 Punkte, was ihn vorerst auf Platz zwei im Gesamt-Ranking brachte. Mittlerweile ist Balster auf Rang drei abgerutscht, da Anja Pötting aus dem ostwestfälischen Scharmede mit 147 Punkten die Führung vor Dunja Berendsen aus Witten (138) übernehmen konnte. Auf Rang vier liegt aktuell Lukas Tölkes aus dem Bergischen Land (119). Zwei Folgen werden am 2. und am 9. November noch ausgestrahlt, dann steht der Sieger der neuen „Land und lecker“-Runde fest.

Neue Patenschaften für die Blumenwiese

Dass dieser Sieger nicht Patrick Balster heißen wird, ist für den Selmer kein Problem: „Darum ging es mir ja auch gar nicht. Ich wollte den Betrieb zeigen und das besondere Fleisch vorstellen.“ Dass aus ihm mal ein passionierter Koch werden würde, hatte er schon vor den Drehtagen angezweifelt - und daran hat auch der Erfolg seines TV-Auftrittes nichts geändert: „Es hat Spaß gemacht, aber es wird sicher nicht mein Hobby werden.“ Stattdessen will sich der Agraringenieur, der hauptberuflich als Versicherungskaufmann arbeitet, weiter auf die Wagyu-Zucht konzentrieren.

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Die Sendung hatte übrigens noch einen weiteren positiven Nebeneffekt: Neben der Wagyu-Zucht erwähnte Patrick Balster auch die Blumenwiese, für die er Patenschaften vergibt: Für 50 Euro pro Jahr wandelt der Landwirt 100 Quadratmeter Ackerfläche in eine Blumenwiese um. „Wir haben seit der Ausstrahlung neue Patenschaften vergeben können“, so der 45-Jährige. Einige Paten seien auch schon zu Besuch gewesen und hätten ein Picknick auf dem eigens am Wiesenrand hergerichteten Platz genossen.

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