Landwirt Wiesmann setzt auf Direktvermarktung seiner Duroc-Schweine

mlzIn Netteberge

Fleisch beim Erzeuger kaufen - das wollen immer mehr Verbraucher. Markus Wiesmann ermöglicht das, er bietet das Fleisch seiner Duroc-Schweine an - vielleicht gibt es Schweine bald auch zum Leasen.

Selm, Bork

, 21.11.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Corona und die Skandale bei großen Schlachthöfen mit vielen Infizierten haben so manchen Verbraucher endgültig umschwenken lassen. Vom Billig-Angebot in Supermärkten hin zum Fleisch direkt vom Erzeuger.

Die Idee bewegte auch Landwirt Markus Wiesmann aus Netteberge. Er führt den traditionsreichen Hof seit 15 Jahren, unterstützt von seiner Frau und seinen Eltern. Schon zu den Zeiten seiner Urgroßeltern wurden auf dem Hof Schweine gehalten.

Als Markus Wiesmann dann von Julia Ciecior, einer Bekannten der Familie, angeschrieben wurde, die ihm vorschlug, doch mal über Direktvermarktung nachzudenken, waren die Würfel gefallen. Zumal Julia Ciecior sich auch entschloss, im Team des Bauernhofes mitzuarbeiten und sich um die Direktvermarktung zu kümmern.

Seit 1. September ist Julia Ciecior Teil des Teams auf dem Bauernhof. Sie kümmert sich um die Direktvermarktung, macht das Angebot in den sozialen Medien und auf der Website des Bauernhofes bekannt. Gedacht ist die Vermarktung für Menschen, die gerne regionale Produkte essen und denen das Tierwohl am Herzen liegt - kurz, die gutes Fleisch mit gutem Gewissen essen möchten.

Freitags und samstags Fleisch abholen

Am Freitag (20.11.) war der erste Verkaufstag. „Die Kunden können ihr Fleisch vorbestellen und dann freitags und samstags auf dem Hof abholen“, erklärt Julia Ciecior. Derzeit bietet Familie Wiesmann Fleisch von ihren Dinkel-Duroc-Schweinen an. Die aus den USA stammende alte Rasse ist derzeit bei Feinschmeckern und Gastronomen sehr beliebt. Aber auch viele Verbraucher schätzen das besonders zarte Fleisch dieser Rasse.

Auf dem Hof hält Wiesmann derzeit zwei Arten von Schweinen, neben dem Dinkel-Duroc-Schwein auch das Dinkelschwein. Zurzeit wird aber erst einmal das Fleisch der Duroc-Schweine direkt vermarktet. Geschlachtet werden die Tiere im Schlachthof in Unna, den auch viele andere Landwirte aus der Region nutzen.

„Uns ist auch die Wertschätzung des Tieres wichtig. Leider wird immer noch in Supermärkten Fleisch zu einem so billigen Preis verschleudert, dass der Supermarkt nichts daran verdient. Aber das dient als Lockmittel, damit die Kunden viele weitere Waren kaufen und der Händler doch auf seine Kosten kommt.“

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Hofladen soll aufgebaut werden

Mit viel Liebe und Aufwand werden die Tiere auf dem Hof Wiesmann groß gezogen. „Da steckt viel Arbeit drin“, sagt Markus Wiesmann. Wenn er sich dann überlegt, das in den großen Schlachthöfen, die wegen der hohen Zahl an Corona-Infektionen in die Schlagzeilen geraten waren, an einem Tag mehr als 20.000 Tiere an einem Tag getötet werden, wird ihm ganz anders.

„Wir sollten sicher besser dazu kommen, nicht so viel Fleisch, aber dafür dann richtig gute Qualität zu kaufen“, hoff der Landwirt auf ein Umdenken. So sieht es auch Julia Ciecior. Man wolle langsam einen Hofladen in Netteberge auf dem Hof Wiesmann aufbauen, sehen wie es läuft.

Markus Wiesmann setzt auf seinem Hof auf Tierwohl und Respekt vor den Tieren.

Markus Wiesmann setzt auf seinem Hof auf Tierwohl und Respekt vor den Tieren. © Hof Wiesmann

Eine andere Idee haben Julia Ciecior und Markus Wiesmann auch schon. Das „Schweine-Leasing“. Da nicht jeder die Möglichkeit hat, ein Schwein zu halten, will Wiesmann in Zukunft die Möglichkeit bieten, für interessierte Verbraucher ein Tier aufzuziehen. Der Kunde kann den Weg dann transparent verfolgen - von der Auswahl des Ferkels, der Aufzucht und Beobachtungen, bis zur Schlachtung und Verarbeitung des Fleisches.

Es gibt auch noch weitere Ideen. Aber erst einmal wollen Markus Wiesmann und sein Team sehen, wie die Direkt-Vermarktung ankommt.

Reservieren kann man das Fleisch der Dinkel-Duroc-Schweine unter Tel. (02592) 97 61 48. Abgeholt werden kann es dann freitags von 9 bis 11 Uhr und 15 bis 18 Uhr sowie samstags von 9 bis 12 Uhr.

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