Leipziger Quartett präsentiert moderne Klänge

Stiftskirche

CAPPENBERG Musik kann so viel Spaß machen. Das Quartett "Percussion Posaune Leipzig" bewies bei seinem Konzert in der Stiftskirche, dass auch moderne Klänge sehr gut zum "alten Gestühl" passen.

von Von Antje Pflips

, 26.10.2009, 14:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Von der klassischen Variante bis hin zum Freejazz war alles dabei. Auch das Publikum wurde mit eingespannt und es hatte Spaß daran. Ihm wurden verschiedene Rhythmusinstrumente in die Hand gedrückt. Zu Eberhard Duziat "Red Lips and Brown Skin" wurde gerasselt, gerüttelt und das Didgeridoo geschwenkt. Wer kein Instrument hatte, klatschte den Takt mit den Händen. In charmanter sächsischer und launiger Art führte Bassposaunist Joachim Gelsdorf durch das Programm. Er gab interessante Einblicke zur Blechmusik, die schon seit dem 12. Jahrhundert in Leipzig eine tief verwurzelte Tradition hat. Informationen und Anekdoten zur Zeit und zu den Titeln, teils in Versform, waren sehr unterhaltsam. Das Auftragswerk des Ensembles "Mr. B. & We" erklärte er folgendermaßen: "Das B könnte stehen für Bach, Beethoven, Bosaune, Blech!" Auch das nächste Auftragswerk "Der Weiße Hai im Alpensee" zeigte ein breites Spektrum quer durch die Musiksparten von mitreißenden, rhythmischen Sequenzen bis zum schleppenden New Orleans Blues. Klassisch begann es mit den Fanfaren aus "Also sprach Zarathustra" von Strauss, wechselte zu einem furiosen Trommelsolo von Wolfram Dix an den Drums und endete swingend und jazzig in "Caravan" von D. Ellington.

Noch weitere Trommelsoli sollten die Besucher staunend begeistern. Auf der "Schlitztrommel" zeigte Dix seine Professionalität. Immer wieder überraschte das Quartett mit seinen außergewöhnlichen Arrangements. Die Choralbearbeitung "Lobet den Herren" begann zunächst klassisch, lautstark setzte kurz danach das Schlagzeug ein und weiter ging es swingend und modern, um wieder zur klassischen Variante zurück zu kehren.

Mit kleinen Slapstickeinlagen eroberte das Ensemble das Herz der Besucher. Musizierend schritten sie mit "Carmen" von Georges Bizet nach der Pause in den Chor ein. "Angebliches" Durcheinander auf den Notenständern ließ sie in eine kleine Diskussion verfallen, mit der Frage nach den richtigen Noten. Mit stehenden Ovationen wurden die Musiker belohnt.

Lesen Sie jetzt